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Spatenstich auf der Brache: Oberbürgermeister Peter Feldmann (l.) und ABG-Geschäftsführer Frank Junker graben mit.

Wohnen in Frankfurt

131 Wohnungen entstehen in Alt-Nied

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Auf dem sogenannten "Nieder Loch" beginnen die Bauarbeiten an einem Wohnprojekt des städtischen Frankfurter Wohnungskonzerns ABG. Die Stadt fördert 30 Prozent der Wohnungen.

Das „Nieder Loch“ am Ortsrand von Alt-Nied wird bald verschwunden sein. Am Donnerstagmorgen erfolgte auf dem seit den Nachkriegsjahren brach liegenden Geländes an der Mainzer Landstraße, unweit des Mainufers, der Spatenstich für insgesamt 131 Mietwohnungen in Passivhaus-Bauweise.

In einem ersten Bauabschnitt will die Wohnungsbaugesellschaft ABG zunächst 75 Wohnungen im nordwestlich, Richtung Höchst, gelegenen Teil errichten. 22 Millionen Euro investiert sie dafür. Zwei Jahre soll der Bau dauern. Währenddessen ist für den kommenden Sommer der Beginn des nächsten Bauabschnittes weiterer 56 Wohnungen geplant. Daneben soll auf 2000 Quadratmetern ein Supermarkt mit einem noch unbekannten Anbieter und davor ein „Quartiersplatz“, Kinderspielplätze und weitere Aufenthaltsorte entstehen. Die Wendeschleife der Straßenbahnlinie 21 muss für die neuen Häuser verlegt werden.

„Sehr lange Diskussionen, die es hier in Nied gegeben hat, finden ein Happy End“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) vor dem Spatenstich. „Dieses Wohnbauprojekt wertet Nied faktisch auf, das Entree in den Stadtteil bekommt ein neues urbanes Gesicht“, sagte er. Fördern möchte die Stadt 30 Prozent der Wohnungen durch ihr „Mittelstandsprogramm“. Feldmann sagte: Geförderter Wohnraum heiße auch, dass Polizisten, Verkäufer, Leute im Pflegebereich, die diese Stadt brauche und zusammen halte, hier ihr Domizil kriegten, und weiter: „Jemand, der in Frankfurt arbeitet, muss es sich auch leisten können, sein Zuhause in der Stadt zu haben“.

Ein  Stück Stadtreparatur

Frank Junker, Geschäftsführer der ABG, sagte die geförderte Miete betrage „8,50 bis 10,50 Euro“ pro Quadratmeter, 11,80 Euro koste der Quadratmeter für nicht geförderten Wohnraum. Junker sprach von „einem Stück Stadtreparatur“, das mit der Bebauung des Nieder Lochs, oder auch „Nieder Tor“ genannt, umgesetzt werde. Es werde ein Entree in den Stadtteil, das es vorher nicht gegeben habe, sagte Junker. „Nied rückt an den Main heran“, ergänzte er. Die Stichgärtenstraße, bisher eine Sackgasse, werde für Fußgänger und Radfahrer so verlängert, dass diese „barrierefrei“ durch eine Ampel über die Mainzer Landstraße und die doppelspurigen Straßenbahngleise das Mainufer erreichen könnten.

Vier bis fünf Stockwerke hoch sollen die neuen Wohngebäude werden und damit die umliegenden Häuser überragen. Anwohner hatten darüber ihren Unmut geäußert. Seitens der ABG heißt es dazu: „Damit die Bewohner der bestehenden Wohnhäuser in Alt-Nied noch genügend Sonnenlicht bekommen, werden die drei im rückwärtigen Teil des Grundstücks gelegenen Gebäudeteile nur drei Stockwerke haben“.

Auch die Parkplatzfrage war in der Vergangenheit diskutiert worden. Insgesamt sollen 170 Tiefgaragen-Stellplätze entstehen, berichtete Junker, zunächst 80 im ersten Bauabschnitt, dann weitere 90 im zweiten. Die Bewohner könnten jedoch nicht dazu verpflichtet werden, einen der Tiefgaragenparkplätze zu mieten, hatte ein ABG-Sprecher in der Vergangenheit berichtet.

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