+
Die Computer-Darstellung zeigt das auf dem früheren Standort des gesprengten AFE-Turms geplante neue Hochhaus "One Forty West".

Immobilien

Wohnen als Luxusgut

  • schließen

Die Stadt hat nur geringen Einfluss, sollte aber versuchen, steuernd einzugreifen. Sonst werden sich die sozialen Gegensätze weiter verschärfen. Ein Kommentar.

Am 14. März tritt Frankfurts Planungsdezernent Mike Josef (SPD) zum ersten Mal bei der Internationalen Immobilienmesse MIPIM in Cannes auf. Zu Recht wird er dabei auf die Anstrengungen der Stadt verweisen, den Bau erschwinglicher Wohnungen anzukurbeln. Hier tut sich einiges, wenn auch noch viel zu wenig.

Das künftige Wohnhochhaus „One Forty West“ auf dem Gelände des früheren AfE-Turms der Frankfurter Universität passt überhaupt nicht zu diesen Bestrebungen. Wieder einmal entsteht in der Stadt eine luxuriöse Wohninsel, von denen es doch schon zu viele gibt: vom neuen Henninger-Hochhaus über das künftige Wohnen im Bankenviertel und die Palazzi-Türme im Maintorquartier und das Onyx-Hochhaus im Westend und und und.

Menschen mit einem normalen oder kleinen Einkommen haben keine Chance, an all diesen Orten zu wohnen. So gesehen bekommt das Wort Exklusivität seine eigentliche Bedeutung zurück: Es bedeutet ganz schlicht, dass Menschen ausgeschlossen werden.

Nicht selten werden diese Luxuswohnungen als Kapitalanlage gesehen und dienen tatsächlich gar nicht als Unterkunft, sondern stehen überwiegend leer. Es ist eine politische und soziale Fehlentwicklung, die von den Gesetzen des kapitalistischen Wirtschaftssystems hier erzwungen wird.

Die Stadt kann diese Dynamik auf dem Wohnungsmarkt nur wenig bremsen. Und doch sollte sie noch mehr als bisher versuchen, über Bebauungspläne und städtebauliche Verträge steuernd einzugreifen. Geschieht nichts, werden sich die sozialen Gegensätze in Frankfurt gerade beim wichtigsten Gut, der Wohnung, weiter verschärfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare