Niederrad

Wieder mal Provisorium

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Die Gesamtschule erhält Holzmodule für 700 Schüler. Das Projekt ist mal wieder typische Frankfurter Improvisationskunst.

Der Bau des neuen Provisoriums für die KGS Niederrad hat begonnen. Das Grundstück links und rechts der Mainfeldstraße, zwischen Im Mainfeld und Niederräder Ufer ist geräumt. Jetzt lässt die Stadt noch ein paar Bäume fällen. Dann kommen die Versorgungsleitungen. Die Stadt rechnet eine Frostpause bis April ein. Ende Mai soll die Baufirma die Holzmodule der Schule aufstellen. Im August 2019 sollen die Schüler einziehen.

Das Projekt ist mal wieder typische Frankfurter Improvisationskunst. Am Freitag ist Schuldezernentin Sylvia Weber (SPD) zu Gast beim Ortsbeirat 5 gewesen und hat versucht, den komplizierten Reigen an Standorten und Übergangsquartieren zu erklären.

Die KGS hat zum Schuljahr 2017/18 die ersten Schüler aufgenommen. In einem Provisorium an der Goldsteinstraße 27. Die Einrichtung ist sechszügig. Das heißt, es gibt sechs Klassen pro Jahrgang. Im Sommer ist der zweite Jahrgang dazu gekommen. So lernen nun zwölf Klassen an der Goldsteinstraße, 350 Schüler. Für weitere Klassen ist dort kein Platz, also braucht es einen zweiten Standort. Irgendwann einmal soll der am Bruchfeldplatz sein, auf dem Gelände der heutigen Salzmann-Hauptschule, Schwanheimer Straße 23. Doch die ist noch bis 2020/21 aktiv. Sobald die Nutzung ausgelaufen ist, kann die Stadt neu bauen. Aber bis es soweit ist, baut sie erst das Provisorium in der Mainfeld-Siedlung.

Cluster statt Klassen

Das soll Platz für die Jahrgänge sieben bis zehn bieten, 24 Klassen, 700 Schüler. Aber was heißt Klassen? Die KGS setzt auf moderne Pädagogik. Die Jahrgangsstufen sind nicht mehr streng in Klassen aufgeteilt. Jede Stufe bildet ein sogenanntes Cluster. Darin tummeln sich unterschiedliche Gruppen, die in unterschiedlichen Formen lernen. Leitgedanken sind Kommunikation und forschendes Lernen. So weit es die Holzmodule ermöglichen, sollen die Räume offen sein, oder wenigstens Sichtachsen bieten. Es gibt große Zimmer und kleinere Zimmer. Lernlandschaften, sagen Fachleute.

Knifflig ist, dass die Mainfeldstraße das Areal durchquert. Die Stadt wird sie daher für Autos sperren, mit Pollern. Die sind aufschließbar, damit die Ruderer weiterhin ans Mainufer kommen. Die Eingänge zu den zwei Gebäuden liegen jeweils an der Straße. Auf der andern Gebäudeseite ist der Schulhof. Es gibt drei Etagen. Das Erdgeschoss ist farblich abgesetzt, in orange. Im zweiten Stock gibt es eine Verbindungsbrücke über die Mainfeldstraße. Beide Gebäude haben eine Fahrstuhl.

2022 soll dann der Neubau am Bruchfeldplatz fertig sein. Startschuss für den nächsten Reigen. Dann ziehen die Schüler aus dem Provisorium an der Goldsteinstraße aus, das will die Stadt durch einen Neubau ersetzen. Weil ein richtig großes Grundstück fehlt, wird die KGS immer auf zwei Standorte aufgeteilt bleiben. Fünf bis zehn Gehminuten liegen dazwischen. Auch eine Oberstufe soll dazu- kommen, an einem dritten Punkt. Den sucht die Stadt noch. „Wir haben eine gewisse Idee“, sagt Stadträtin Weber. „Aber noch ist nichts spruchreif.“

Auch Bürgern kommt da eine gewisse Idee. Man könnte doch einfach die Schule an einem Stück bauen – auf das Gelände der ehemaligen Rennbahn. Dort, wo der DFB ein Leistungszentrum errichten möchte und die Stadt einen Bürgerpark. Zumal eine Schule doch eine gute Verkehrsanbindung brauche. „Ins Mainfeld fährt nicht mal ein Bus“, sagt eine Frau. Allerdings soll die Schule im Zentrum von Niederrad liegen und nicht am Rand, gibt Weber zu bedenken. Die KGS sei zudem recht groß. Die könnte man nicht einfach im Bürgerpark hinter ein paar Bäumen verstecken.

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