Bauen im Nordend

Widerstand gegen Pläne für Innovationsviertel

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SPD und Bürgerinitiative fürchten Wegfall von 300 Gärten nördlich des Günthersburgparks. Das Areal liegt in der wichtigsten Frischluftschneise Frankfurts.

Die städtischen Pläne für das Innovationsviertel im Nordend werden vom Ortsbeirat 3 nicht wohlwollend begleitet, auch nicht von der SPD-Fraktion. Andernorts, speziell am Pfingstberg, spricht sich die Partei vehement für den Wohnungsbau auf grüner Wiese aus.
Im Nordend unterstützt die SPD-Fraktion die Bürgerinitiative (BI) „Grüne Lunge“. Am Samstag haben sie sich zum Rundgang durch die Gärten nördlich des Günthersburgparks getroffen, die mit dem Innovationsviertel verschwinden sollen.

Am Pfingstberg gebe es ein „besseres Potenzial für den Wohnungsbau, ohne größere ökologische und klimatische Schäden anzurichten“, betonte Rüdiger Koch. Das Innovationsviertel ist für den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Ortsbeirat 3 hingegen „ökologisch und klimatisch nicht vertretbar“. Der „übergeordnete Grund“: die Frischluftschneise, die mit einer Bebauung des Areals zwischen Friedberger Landstraße, Dortelweiler Straße und Günthersburgpark unterbrochen würde.

„Das ist die wichtigste Frischluftschneise Frankfurts“, sagte Peter Beckmann, der die BI vor etwa einem halben Jahr mitgegründet hat. Die Initiative fürchtet, die Innenstadt könnte sich mit der Bebauung erwärmen. Und sie fürchtet um die Gärten. Die, so betonte Beckmann, seien „das stärkste Argument“ gegen das Innovationsviertel.

Mit den Menschen reden

Wie viele Gärten sich auf dem Areal befinden, wisse wohl niemand, sagte Beckmann, und schätzte die Zahl auf 300. „Wie im Dschungel“ sei es dort im Sommer, so Beckmann, der dort seit 20 Jahren einen Garten hat. Am Samstag führte er ein Dutzend Menschen durch die schmalen Wege der Anlage.

Die Teilnehmer bekamen einen Fuchsbau, ein Hornissennest, Bienenstöcke sowie Zucchini von der Größe eines Oberschenkels zu Gesicht. Monica Agethen vom Kinderhaus Neebstraße zeigte ihren Garten, in dem Kinder Natur erfahren können. Sie sagte, von Seiten der Stadt habe bislang niemand mit ihnen darüber gesprochen, dass ihr Pachtvertrag nicht verlängert werden könnte.

„Die Planer müssten mal mit den Menschen hier reden und sich das mal anschauen“, sagte Koch. Gleichzeitig mahnte er, die Gärten müssten für die Öffentlichkeit besser zugänglich gemacht werden. Beim Rundgang versperrten Tore die Wege durch die Anlage. Beckmann betonte, die BI werde sich einer Diskussion über einen besseren öffentlichen Zugang der Anlage, in der einige Parzellen Privatbesitz sind, nicht verschließen.

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