Frankfurt-West

Zu viele Autos

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Anwohner in der Kollwitzstraße wollen den Pendlerstrom einschränken. Sie sind mehr und mehr genervt von Elterntaxis und Parkplatzmangel.

Die Anwohner der Kollwitzstraße sind genervt. Ihr Problem: Elterntaxis. Die parken alles zu, weil sie ihre Kinder beim provisorischen Gymnasium Nord in Westhausen abliefern. Aber Ursula St. Angelo hat eine Idee: Die Stadt soll die Kollwitzstraße während der Schulzeit zur Einbahnstraße erklären. „Dann können die Eltern ihre Kinder an der Wendeschleife absetzen.“

Das hat sie kürzlich dem Ortsbeirat 7 vorgestellt. Das Gremium wird darüber nachdenken, versprechen die Mitglieder. Als ersten Schritt, die Lage zu beruhigen, hat das Gremium etwas anderes beantragt: eine Bushaltestelle auf der Wendeschleife. Das wäre ja ein erster Schritt zu weniger Autoverkehr und sicher im Sinne der Anwohner.

Ähnlich gelagert sind die Probleme in der Umgebung der Rödelheimer Brentanoschule. Bei einer Schulwegsbegehung hat Elternbeirätin Vanessa Schmidt zum Schutz der Kinder einen verkehrsberuhigten Bereich gefordert. „Damals wurde uns gesagt, dass sei problematisch, da so Parkplätze wegfallen würden“, berichtet sie Sitzungsleiterin Michaela Will (SPD). Diese verspricht, beim Straßenverkehrsamt ein Gutachten einzufordern.

Überhaupt, der viele Verkehr. Der ist nicht nur gefährlich, er lässt auch die Parkplätze knapp werden. Eine ganze Reihe von Bürgern fordert daher Anwohnerparken und verstärkte Kontrollen im Ortsbezirk. Die Pendler sollen Park-and-ride-Plätze in Nähe der Autobahnen und öffentlichen Verkehrsmittel nutzen.

Den Vorschlag greift der Ortsbeirat auf. Er fordert, die Raststätte Taunusblick an der A5 mit einem Park-and-ride-Platz zu rüsten. Dort sollen Pendler Anbindung an die U6, die S5 und die noch zu bauende RTW erhalten. Außerdem fordert der Ortsbeirat die Verlängerung der U6 bis Steinbach und Bad Homburg. Obendrein wünscht das Gremium mehr Kontrollen des ruhenden Verkehrs.

Für Werner Buthe vom Kernteam Radentscheid Frankfurt greift das zu kurz. „Die Leute haben genug von all den Autos, egal wo sie herkommen. Jedes steht zwei Drittel des Tages und beansprucht dafür zwölf Quadratmeter“, erklärt er in der Sitzung und erntet Applaus. Zudem ist der motorisierte Individualverkehr für ein Gros der Luftverschmutzung verantwortlich. Das Bündnis fordert eigene Wege für ÖPNV und Radler. Bei mehrspurigen Straßen müsse dafür gegebenenfalls eine Auto-Fahrspur gestrichen werden. „So können wir mehr Leute befördern.“

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