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Sie nennen es Foodtruck-Friday, aber eigentlich sind die Imbisswagen fast nebensächlich bei den Freiluftfreitagen an der Jahrhunderthalle. Die Besucher verwandeln das Außengelände mit dem Teich an der Pfaffenwiese von 15 bis 22 Uhr in ein großes Festival. Zusätzlich zum Essen gibt es auch Kulturprogramm. Am kommenden Termin, Freitag, 21. Juli, etwa einen von U-20-Hessenmeister-der-Dichtkunst Finn Holitzka moderierten Poetry-Slam.

Sechs Fragen zu Unterliederbach

Unterschätzt im Westen

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Sechs Fragen zu Unterliederbach: Der Stadtteil ist mehr als das Anhängsel von Höchst. George Grodensky war vor Ort.

Wann wird die Parkstadt fertig?

So ganz abgeschlossen wird die Entwicklung des Silogebiets, oder der Parkstadt, wohl nie sein. Nach wie vor ist ungeklärt, ob die Stadt das Gebiet hinter dem Silobad überhaupt weiter beplanen darf. Der Nähe zum Industriepark wegen. Einige Häuser gibt es aber bereits, die dank alter Bebauungspläne entstehen konnten. Die Bewohner dort würden sich freuen, wenn wenigstens Fahrbahndecken, Bordsteine, Grünflächen und Spielmöglichkeiten für Kinder endlich fertig gestellt würden. Die Bürger sind es leid, in einem Provisorium zu wohnen. Sie haben sich beim Ortsbeirat beschwert, der hat den Magistrat eindringlich ermahnt, die Wildwest-Zustände in Unterliederbachs Westen zu beenden. Immerhin dazu gibt es gute Nachrichten. Die Erschließung des ersten Bauabschnitts, sagt die Stadt zu, soll bis zum 30. November 2017 abgeschlossen sein. Das beinhalte den Straßenbau, den Grünzug und den Spielplatz. Wann und ob überhaupt die Stadt weitere Bauabschnitte auf dem Siloareal angeht, wird sich zeigen. Womöglich bleibt die Parkstadt auf alle Zeiten unvollendet.

Was ist der schönste Weg in den Taunus?

Kenner fahren nicht mit dem Auto in die Berge. Sie laufen. Gut, sie könnten auch mit der Kleinbahn nach Königstein reisen und von dort aus loslaufen. Aber mindestens ebenso idyllisch ist der Weg von Unterliederbach aus. Am Liederbach entlang lässt es sich trefflich spazieren. Das grüne Band zieht sich fast durch den ganzen Stadtteil. An der Autobahn ist zwar erstmal Schluss, aber nach der Unterführung kommen die Felder und das Wasser wieder. Über die Gemeinde Liederbach geht‘s bachaufwärts nach Kelkheim, hernach an der Roten Mühle vorbei über Altenhain nach Königstein. Und schon ist der Spaziergänger im Taunus. 16 Kilometer ist der Liederbach lang. Im Industriepark Höchst mündet er in den Main. Er fließt über wasserdurchlässigen Schottern. Wenn es wenig regnet, kann er daher austrocknen. Bei starkem Regen kann er anschwellen bis an die Oberkante des ausgewaschenen Bachbetts.

Wie lerne ich den Stadtteil kennen?

Ein Fest eignet sich gut, Nachbarn und wichtige Funktionsträger im Stadtteil einfach mal anzusprechen. Ein Bierchen oder eine Apfelschorle in geselliger Runde lockern die Zunge. Praktisch ist es, wenn alle ihre Kinder mitbringen. Dann hat man gleich ein gemeinsames Gesprächsthema. OB Peter Feldmann (SPD) geht mit gutem Beispiel voran. Das Stadtoberhaupt hat sich zum Parkfest des Unterliederbacher Vereinsrings am Sonntag, 13. August, am Vereinsringshaus Liederbacher Straße 137, angekündigt. Das vermeldet zumindest der Vereinsring. Feldmann bringe seine kleine Tochter mit und alle sind eingeladen, es ebenso zu halten. Angebote für Kinder werde es geben, Speis und Trank. Und viele wichtige Leute. Das Fest ist als Dankeschön an die Aktiven der Unterliederbacher Vereine gedacht. Für ihr großes ehrenamtliches Engagement. Wo also ließe sich der Stadtteil besser ergründen? Alternativ dazu ist das etwas kleiner gehaltene „Marktplatzgebabbel“ zu empfehlen, am Donnerstag, 10. August, ab 18 Uhr, auf dem Marktplatz, gegenüber der Liederbacher Straße 70. Hinter dem „Gebabbel“ steckt der junge Verein „Unterliederbacher Stadtteilwohnzimmer“. „Was das hippe Nordend kann, können wir auch“, schreibt der Club in seiner Einladung. Und: „Bring deinen Stuhl und ein Getränk mit und komm zum Marktplatz auf ein Schwätzchen mit den Leuten aus dem Stadtteil.“

Wohin mit den Autos?

 Unterliederbach östlich der Königsteiner hat ein rundes Jahrzehnt Nachverdichtung hinter sich. Das hat Vor- wie Nachteile. Von Vorteil ist die Aufwertung des Quartiers. Neue Häuser sind entstanden, auch schöne Häuser. Wohnungen, die über das Mittelstandsprogramm der Stadt oder über den freien Markt vergeben werden, haben solvente Bürger angelockt. Der Nachteil ist, dass die Infrastruktur nicht mitgewachsen ist. Schulen und Kitas stoßen an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Die Unterliederbacher schaffen es nicht einmal mehr, alle Autos vernünftig im Stadtteil unterzubringen. Ein Phänomen. „Eigentlich gibt es genug Stellplätze in Tiefgaragen“, sagt Sozialbezirksvorsteher Oliver Göbel. Die werden aber nicht genutzt. Das Resultat: Parkdruck. Manch einer stellt seinen Wagen rücksichtslos in Einfahrten, Feuerwehrzufahrten, auf die abgesenkten Stellen der Bordsteine, was Rollstuhlfahrer oder Familien mit Kinderwagen vor Probleme stellt, überhaupt über die Straßen zu kommen. Dass neue Studien Frankfurt als die Stadt in Deutschland ausweisen, in der die Menschen am längsten einen Parkplatz suchen müssen, wundert Göbel also nicht. Das ist Alltag in Unterliederbach.

Wann kommt der Kunstrasenplatz?

Die Stadt hat beschlossen, alle Tennenplätze in Frankfurt in Spielflächen mit Kunstrasen umzuwandeln. Das sind allerdings recht viele. Bis 2021 wird es also dauern, bis alles erledigt ist. Das dauert den Unterliederbachern zu lange. Sie sähen die städtische Sportanlage an der Hans-Böckler-Straße gerne mit Priorität erneuert. Kürzlich hat Sportdezernent Markus Frank (CDU) das Areal immerhin als sehr gepflegt gelobt. Teuer soll der Umbau trotzdem werden. Wenn die Stadt schon saniert, dann richtig. Also machen die Fachleute nicht nur den Boden neu, sondern auch das Drumherum. Für Unterliederbach schätzt die Stadt die Kosten auf rund eine runde Million Euro. Etwas billiger wäre es allerdings, so die Stadt mit Blick auf des Dezernenten Beurteilung, wenn sie einfach die alten Ballfangzäune und die Flutlichtanlage stehen ließe.

Was feiern die Pfadfinder im September?

Unter dem Motto „Jubel 17“ begehen die Unterliederbacher Pfadfinder am Samstag, 9. September, ihren 85. Geburtstag. Ein rauschendes Fest soll es werden, verspricht der Stamm „Cherusker“ der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg, auf dem Pfadfindergrundstück an der Hunsrückstraße. Die Georgs-Pfadfinder haben sich 1929 gegründet. Sie sind mit rund 95 000 Mitgliedern der größte katholische Pfadfinderverband und gleichzeitig einer der größten Kinder- und Jugendverbände in Deutschland. Der Unterliederbacher Stamm ist der älteste der Frankfurter Abteilungen. Seit 1932 bauen die Pfadfinder Jurten, gehen auf Abenteuer und bringen Kindern die Natur nahe. Es geht aber um mehr als Naturromantik. Pfadfinder bilden eine Gemeinschaft, in der sich jeder gleichwertig einbringen kann. Die dem Militär entlehnten Uniformen bügeln soziale Unterschiede aus, das Smartphone rückt für ein paar Stunden in den Hintergrund. Und das ist an jedem Tag eine gute Tat.

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