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Weihnachtssingen mit dem Posaunenchor der Johannisgemeinde und dem Chor der Kirchnerschule.

Bornheim

Umtrunk für den guten Zweck

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Christbaumversteigerung und Weihnachtssingen stimmen auf die besinnlichen Tage ein. Der Erlös der Aktion geht an Einrichtungen für die Jugend in Bornheim.

Der Duft von Glühwein und Nadelholz, dazu die tiefen Töne eines Posaunenchors, der „Jingle Bells“ spielt – das Bornheimer Fünffingerplätzchen wird am Samstagnachmittag zum Anziehungspunkt für Passanten. Dort, wo in den kommenden drei Wochen Christbäume aus der Rhön feilgeboten werden, findet heute das traditionelle Weihnachtssingen mit Tannenbaumversteigerung statt.

Seit fünf Jahren gibt es die Spendenaktion, die Bornheimer am ersten Adventswochenende zum Umtrunk für die gute Sache zusammen bringt. „Die Idee wurde passenderweise beim Glühwein geboren“, erzählt Stadtbezirksvorsteher Gerd Wilcken. Bei einem Tässchen in der Bornheimer Eckkneipe gegenüber des Fünffingerplatzes lernte er 2014 den Baumverkäufer Richard Keller kennen.

„Im Gespräch stellte sich heraus, dass wir beide große Kinderfreunde sind“, erinnert sich Wilcken. In erster Linie sollte also die Jugend von der Auktion profitieren. Also musste eine Christbaumversteigerung zugunsten traditionsreicher Bornheimer Einrichtungen her. Unter der Schirmherrschaft der Bundestagsabgeordneten Ulli Nissen (SPD) gehen die Erlöse für den Kuchen-, Glühwein- und Punschverkauf sowie die Einnahmen durch die Versteigerung in diesem Jahr an den Förderkreis der Kirchnerschule und an den Posaunenchor der Johanniskirche für die Jugendarbeit.

Natürlich kommt auch der Nikolaus

Beide, der Chor der Kirchnerschule und die Posaunenfreunde, spielen am Samstag auf. Sie wechseln sich mit weihnachtlichen Beträgen – von „O Tannenbaum“ bis „Schneeflöckchen“ – ab. Auch das ein Ziel der Veranstaltung: Die Adventszeit gemeinsam mit den Stadtteil-Kindern einzuläuten – und so schaut natürlich auch der Nikolaus mit kleinen Präsenten vorbei.

„So eine nette und bemerkenswerte Aktion muss man unterstützen“, findet Alexander Roesler, der sich an der Kuchentheke mit Gebäck und Glühwein eindeckt. Seine Tochter singt im Chor der Kirchnerschule. Neben den Angehörigen der Chormitglieder zieht das Adventsfest vor allem neugierige Flaneure an. Viele wollen sich spontan mit einem Tannenbaum und Gestecken eindecken. Während der Versteigerung zweier Bäume und Kränze – letztere kommen für satte 150 Euro pro Stück unter den Hammer – ist auch der reguläre Verkauf in vollem Gange.

Die von Kellers Kindern und Enkeln hergestellten Kränze sind besonders gefragt. „Schön sehen sie aus, mit so viel Liebe zum Detail“, sagt eine Kundin.

„In der ersten Woche war der Betrieb schon ordentlich“, sagt Keller außer Atem, während er zwischen Auktionsbühne und Verkaufsfläche hin und her hechtet. Seit 30 Jahren bietet er seine Bäume aus der hessisch-bayerischen Rhön in Bornheim an. Täglich fährt er die Nordmann- und Blautannen rund 100 Kilometer nach Frankfurt. „Wegen der Dürre musste ich die Preise in diesem Jahr um drei Euro erhöhen“, bedauert er. Pro Meter Nordmanntanne nimmt er 24 Euro, bei der Blautanne sind es 21.

Neben den Erlösen aus der Versteigerung legt Keller nochmals 500 Euro aus seinen Baumverkäufen auf die Spenden drauf. Auch Gerd Wilcken hat bereits im Vorfeld Spenden in Höhe von 750 Euro bei in Bornheim ansässigen Geschäften gesammelt. Mit dem Basar und der Auktion ist somit ein Betrag von knapp 1.800 Euro zusammengekommen.

Baum kaufen: Bis zum 23. Dezember ist Richard Keller werktags von 11 bis 19 Uhr auf dem Fünffingerplätzchen in Bornheim anzutreffen. An Sonntagen ist er zwischen 10 und 16 Uhr vor Ort.

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