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Seit Anfang 2017 hat das Lokal in der Warte geschlossen. Die Sachsenhäuser sehnen die Sanierung herbei.

Sachsenhäuser Warte

Der Umbau naht

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Die Adler-Rekonstruktion auf dem Turm der Sachsenhäuser Warte soll symbolischer Spatenstich sein. Zur Diskussion steht nach wie vor, ob das alte Forsthaus nach historischem Vorbild wieder aufgestockt werden soll.

Die Stadt rückt die Sanierung der Sachsenhäuser Warte wieder in den Blickpunkt. Seit dem Frühherbst ist der Turm eingerüstet. Die Sanierung des Kanals im Untergrund ist abgeschlossen. Neuerdings ziert das Wahrzeichen auch wieder die charakteristische Spitze: ein güldener Adler samt Windrichtungspfeil. Der Adler ist fest montiert, späht gen Süden. Der Pfeil dreht sich ja nach Luftzug.

Das Original aus dem späten 19. Jahrhundert haben Fachleute Anfang des Jahres bei einer Begehung gefunden. Nach Abschluss der Arbeiten, soll sie in einer Vitrine ausgestellt werden. Anscheinend ist die Spitze zuvor zu Gunsten einer Mobilfunkantenne abmontiert worden. Dort prangt nun wieder der Adler – eine Rekonstruktion.

Ein erster Schritt. Mehr noch, es ist ein symbolischer Spatenstich, sagt Baudezernent Jan Schneider (CDU). Nun ja. Die Stadtverordneten haben noch nicht beschlossen, wie das Ensemble saniert werden soll und vor allem, wie viel Geld dafür zur Verfügung steht. Zwei Varianten hat sich das Bauamt überlegt. Die Stadt könnte Turm und Wirtshausgebäude instand setzen und so umbauen, dass ein Lokal dort funktioniert. 100 Sitzplätze soll es im Gastraum geben, 70 im Hof. Geplant ist eine Zubereitungsküche für Frisch- und Gefrierware für gutbürgerliche Gastronomie.

Der Magistrat, der Ortsbeirat 5 und die Bürger Sachsenhausens wünschen sich aber die große Lösung: die Warte nach historischem Vorbild komplett umzubauen. So würden nicht nur Turm und Lokal wieder einladend ausschauen. Das Hauptgebäude, das alte Forsthaus, bekäme wieder ein Obergeschoss und ein Giebeldach. 4,6 Millionen Euro würde die große Variante kosten. Damit würde die Stadt nicht nur ein historisch wertvolles Gebäude herrichten.

Sie würde auch einen Saal für die Bürger schaffen, für Feste oder Vereinssitzungen. „Genau so ein Versammlungsraum fehlt dem Süden des Stadtteils“, sagt Jan Binger, SPD-Mann im Ortsbeirat 5. Das innere des Turms gehört nicht zum Raumkonzept. Das hatte sich die SPD im Ortsbeirat zwar gewünscht. Doch der Bau ist zu eng, der Weg über die steile Holztreppe nicht massentauglich. Und schon gar nicht mit dem Brandschutz zu vereinbaren.

Die Ämter hätten sich aber offen gezeigt für die Idee, zumindest ab und an Führungen durch den alten Turm zu ermöglichen, sagt Binger.

Auch ohne Turmspaziergang ist er zuversichtlich, dass die neue alte Warte ein Schmuckstück wird. Auch, dass die Historie erlebbar werden soll, gefällt ihm. Etwa, dass die alte Backstube wieder offen sein soll, oder wenigstens über eine Glasscheibe zu bestaunen. Oder der alte Adler in der Vitrine landet. Die alte Turmspitze ist wahrscheinlich die letzte existierende Wetterfahne in Frankfurt, informiert die Stadt. Früher hatte alle historischen Warttürme solche Adler als Wetterfahnen.

Heute noch erhalten sind vier Warttürme: die Friedberger, die Sachsenhäuser, die Bockenheimer und die Galluswarte.

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