+
Der demolierte Info-Container der ABG in der Stefan-Zweig-Straße.

Platensiedlung Frankfurt

Streetworker in der Platensiedlung

  • schließen

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld setzt in Sachen Platensiedlung aufs Jugendzentrum in Frankfurt-Ginnheim. Derweil haben sich Rechtspopulisten in die Debatte eingemischt.

Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) sieht die Jugendsozialarbeit in der Platensiedlung gut aufgestellt – zumindest in der Theorie. In der Praxis müsse das vereinbarte Streetworking jetzt auch angeboten werden, sagte Birkenfelds Sprecherin, Manuela Skotnik, am Montag im Gespräch mit der FR.

In der Siedlung im Stadtteil Ginnheim hatte es in den vergangenen Monaten zahlreiche Straftaten gegeben. An Halloween war es zu Ausschreitungen gekommen, zuletzt hatten Unbekannte den Info-Container der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ABG massiv beschädigt. Die Polizei gründete daraufhin eine Arbeitsgemeinschaft für die Platensiedlung und schickte mehr Beamte in die Gegend. Die ABG reagierte mit eigenen Streifen und kündigte mutmaßlichen Drogendealern die Wohnung. Doch bei repressiven Maßnahmen dürfe es nicht bleiben, sagte Planungsdezernent Mike Josef (SPD) Ende voriger Woche. Er forderte mehr Sozialarbeit in der Siedlung und sagte: „Das darf nicht am Geld scheitern.“

Doch Geld ist nicht das Problem bei der Arbeit mit den Jugendlichen rings um die Platenstraße. Das Jugendzentrum Ginnheim und seine Dependance, der Jugendclub in der Stefan-Zweig-Straße, verfügten zusammen über sechs Vollzeitstellen, sagte Manuela Skotnik. Das Personal soll aber nicht nur in den Einrichtungen arbeiten, sondern auch 24 Stunden pro Woche aufsuchende Sozialarbeit leisten, also Streetworking. Das finde derzeit aber nicht statt, sagte Skotnik: „Darüber werden wir mit dem Träger reden.“ Das Jugendzentrum Ginnheim war für eine Stellungnahme am Montag nicht zu erreichen.

Darüber hinaus ist seit Oktober das sogenannte Orientierungsmobil in der Siedlung unterwegs. Das Angebot des Zentrums für Weiterbildung richtet sich an Jugendliche, die beruflich noch nicht Fuß gefasst haben, aber nicht ins Jobcenter gehen wollen. Außerdem gibt es ein Quartiersmanagement, das vor allem die Nachverdichtung des Viertels begleitet.

Zu dem Anschlag auf den Info-Container haben sich zwischenzeitlich die Bürger für Frankfurt (BFF) und die AfD im Römer geäußert. Die BFF beklagen in einer Pressemitteilung mit dem Titel „Die Saat geht auf – Linksradikale wüten in Platensiedlung“ die „verfehlte Toleranzpolitik des Magistrats“. Die Fraktion bezieht sich dabei auf ein Bekennerschreiben, in dem „einige Autonome“ die Verantwortung für den Anschlag übernehmen. Mit seiner „Förderung der linksradikalen Zentren In der Au, Klapperfeld und Café Exzess“ unterstütze der Magistrat linksextreme Gruppen. Die AfD fordert von der Fraktion der Linken im Römer, sich von dem Anschlag im Römer zu distanzieren. Allerdings wird die Linke als Partei im Bekennerschreiben überhaupt nicht genannt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare