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Tausende haben am Sonntag auf dem Frankfurter Römer den Eintracht-Spielern zugejubelt.

Eintracht Frankfurt

Stolz auf die Eintracht

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Trotz der Niederlage von Eintracht Frankfurt im DFB-Finale feiern die Fans die Mannschaft. Kritik gibt es nach dem Public Viewing im Waldstadion.

Tausende Fans der Frankfurter Eintracht haben ihre Mannschaft am späten Sonntagnachmittag trotz der Niederlage im DFB-Pokal gegen Dortmund mit riesigem Applaus auf dem Römerberg empfangen. Bei strahlendem Sonnenschein und großer Hitze feierten sie das Team, das nach einem Empfang im Kaisersaal kurz vor 17.30 Uhr von vielen schon lange sehnsüchtig erwartet auf den Balkon des Römers trat. Sie stimmten „Wir sind alle Frankfurter Jungs“ und „Schwarz-weiß wie Schnee“ an.

„Ihr könnt Euch vorstellen, dass die Jungs enttäuscht sind“, sagte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic. Es sei ihnen aber ein Bedürfnis gewesen, den Fans Danke zu sagen. „Ihr seid wirklich spitze!“, rief er der Menge zu. Alex Meier, den die Fans „Fußballgott“ rufen, nannte es beeindruckend, wie die Anhänger seine Mannschaft unterstützt hätten. Das sei einfach Wahnsinn gewesen.

Kurz zuvor hatte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) dem Team im Kaisersaal klargemacht, dass die Frankfurter trotz der Niederlage stolz auf ihre Mannschaft seien. „Manchmal fehlt das Quentchen Glück. Da steht der Pfosten an der falschen Stelle.“ Die Eintracht sei großartig gewesen, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). „Diese Mannschaft hat alles gegeben. Das ist alles, was zählt.“ Die Spieler trugen sich ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt ein,

An die 30 000 Frankfurter Fans hatten allein in Berlin ihr Team unterstützt, teils im Stadion, teils in der Stadt. Während die Spieler und die Delegation der Stadt um OB Feldmann halbwegs pünktlich wieder in Frankfurt ankamen, hatten viele Eintracht-Anhänger, die auf Bus, Bahn oder Auto gesetzt hatten, weniger Glück. Sie berichteten von riesigen Staus auf den Autobahnen und vollen Zügen. Und das in teils unerträglicher Hitze.

In Frankfurt hatten Zehntausende das Spiel am Abend gemeinsam verfolgt. Etwa beim Ruderfest am Main, in Lokalen oder im heimischen Waldstadion. Allein dort sahen 25 000 Fans das Spiel bei bestem Wetter auf zwei Großleinwänden, sangen, feuerten ihr Team an, als spielte das nicht in Berlin, sondern in der Arena, hofften bis zuletzt noch auf den Ausgleich und eine Verlängerung.

Trotz guter Stimmung auf den Rängen gab es bereits am Abend Kritik an der nach Ansicht vieler Fans unzureichenden Organisation. Für großen Unmut sorgten besonders die langen Schlangen vor dem Einlass ins Stadion. Noch 45 Minuten vor dem Anpfiff reichte diese zurück bis auf die Brücke über die B44. Einige Besucher reagierten mit Aggression, versuchten, über Tor 3 auf das Gelände zu gelangen.

Noch am Sonntag waren viele sauer. Ein FR-Leser bezeichnete die Organisation als eine Unverschämtheit. Eine Stunde lang habe er in der Schlange gestanden, die Hälfte der Zeit in sengender Sonne. „Menschen kippten um, von Ordnern oder Sanitätern war weit und breit nichts zu sehen“, schrieb er.

„Ich bin es gewohnt, im Stadion anzustehen, aber so eine schlechte Organisation habe ich bei all den Bundesligaspielen nie erlebt“, schrieb ein anderer. Das Personal sei völlig überfordert gewesen. „Public Viewing im Waldstadion – nie wieder“, kündigte er an.

„Mir haben Eltern leid getan, die mit ihren Kindern in der prallen Sonne stundenlang anstehen mussten“, schrieb ein Besucher aus Wiesbaden in einer E-Mail an die Betreibergesellschaft des Stadions, die der FR vorliegt. „Warum hat man nicht mehr Tore geöffnet?“, fragt er etwa.

Den Organisatoren wirft er zudem mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vor. An der Schleuse sei fast gar nicht kontrolliert worden. Nur in größere Tasche habe man oberflächlich geschaut. Drinnen seien Fluchtwege zugestellt gewesen. „Ich bin schlicht entsetzt, wie hier auf Kosten der Sicherheit der Leute gespart wurde“, schrieb er und erinnerte an die Ereignisse bei der Love Parade in Duisburg.

Beim Hessischen Rundfunk betonte man auf Anfrage, der HR sei nur Medienpartner, nicht Veranstalter gewesen. Im Stadion habe sie eine sehr friedliche Stimmung wahrgenommen, sagte Sprecherin Vanessa Zaher.

Die Stadion-Gesellschaft war am Sonntag nicht zu erreichen.

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