Die Rennbahn. (Archivbild)
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Die Rennbahn. (Archivbild)

Rennklub Frankfurt

Stadt will Turf „schnellstmöglich“ räumen

  • Claus-Jürgen Göpfert
    vonClaus-Jürgen Göpfert
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Der Rennklub Frankfurt fordert Gespräche mit dem OB und dem Planungsdezernent. Die Stadt will hingegen so schnell wie möglich das Gelände räumen. Das Landgericht hat seine Entscheidung auf den 27. Februar vertagt.

Der Rennklub Frankfurt hat eine Räumung der alten Galoppbahn in Niederrad gegen Entschädigung abgelehnt. „Wir werden ein mögliches finanzielles Angebot der Stadt nicht annehmen, wir werden keinerlei Geld entgegennehmen“, sagte der Vizepräsident Graf Carl-Philip zu Solms-Wildenfels. Er forderte stattdessen direkte Gespräche mit Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) und Planungsdezernent Mike Josef (SPD).

Die Stadt denkt freilich überhaupt nicht daran. Sie bereitet „mit Hochdruck“ die Übernahme der Rennbahn vor, wie der kommissarische Leiter des Liegenschaftsamtes, Jochen Strack, der FR sagte. Am 16. Dezember hatte das Landgericht entschieden, dass der Rennklub das Gelände räumen muss. Dagegen hatte der Klub Rechtsmittel eingelegt. Eine Entscheidung des Oberlandesgerichts über diese Berufung wird für März oder April 2017 erwartet.

„Schnellstmöglich“ solle dennoch ein Gerichtsvollzieher zum Gelände in Niederrad herausgeschickt werden, erklärte Strack. Es gehe darum, jetzt die Schlüsselgewalt über die Rennbahn zu bekommen: „Wir nehmen das Gelände in Besitz.“

Die dafür notwendige Sicherheitsleistung in Höhe von 216 000 Euro hat die Kommune mittlerweile beim Amtsgericht Frankfurt hinterlegt.

Gericht vertagt Entscheidung

Der Vizepräsident des Rennklubs, Graf zu Solms-Wildenfels, sagte hingegen, man habe in Sachen Räumung „nichts gehört von der Stadt“. Juristisch musste die Kommune am Montag einen Rückschlag hinnehmen. Die 14. Kammer des Landgerichts Frankfurt vertagte eine Entscheidung über den Geschäftsbesorgungsvertrag zwischen dem Rennklub und der städtischen Hippodrom GmbH auf den 27. Februar.

Der Klub hatte vom Gericht feststellen lassen wollen, dass dieser Vertrag bis zum Jahr 2022 fortgilt. Daraus leiten die Freunde des Turfs ab, dass auch der Rennbetrieb so lange weitergehen muss.

Doch vor einer Verkündung durch die 14. Kammer in der Sache muss jetzt zunächst über die Befangenheit der zuständigen Richterin entschieden werden. Die Besorgnis der Befangenheit war von den Rechtsanwälten des Rennklubs ins Spiel gebracht worden.

Graf zu Solms sprach gegenüber der FR von „erheblichen Fehlern“ der zuständigen Richterin. Jetzt muss das Oberlandesgericht über den Befangenheitsantrag entscheiden.

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