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"Die Perser" in der Regie von Ulrich Rasche, gefeiert im Schauspiel.

Städtische Bühnen

Stadt trägt 90 Prozent der Tariferhöhung

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Die Städtischen Bühnen müssen wegen des Tarifabschlusses im Öffentlichen Dienst mit Mehrkosten in Millionenhöhe kämpfen.

Der 1. April wird für die 1100 Beschäftigten der städtischen Bühnen GmbH in Frankfurt ein guter Tag werden. Denn zu diesem Termin steigen ihre Löhne und Gehälter um 3,09 Prozent - wie für alle Beschäftigten der Stadt Frankfurt. Im März 2020 kommen dann noch einmal 1,06 Prozent obendrauf. Das sieht der Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst vor, der im April 2018 auf Bundesebene ausgehandelt worden war. 

Die Kehrseite ist die notwendige Finanzierung des neuen Tarifvertrages durch die Stadt Frankfurt. Sie macht jährliche Mehrausgaben in zweistelliger Millionenhöhe erforderlich. Schon jetzt ist klar, dass der Tarifabschluss des Jahres 2018, wenn er 2020 zum ersten Mal voll umgesetzt wird, die Kommune rund 30 Millionen Euro zusätzlich kosten wird. 

Eine Millionensumme an Mehrkosten kommt auch auf die städtische Bühnen GmbH zu. Jana Kremin, Sprecherin von Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD), beziffert die notwendigen Ausgaben auf rund eine Million Euro in der laufenden Saison. Hartwig habe mit Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU) vereinbart, dass diese Kosten zu 90 Prozent aus dem allgemeinen Haushalt der Kommune getragen werden. 

Oper und Schauspiel sind bereits durch alte Sparbeschlüsse der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen betroffen. So müssen die Bühnen pro Spielzeit ohnehin bereits insgesamt 1,2 Millionen Euro einsparen. 450 000 Euro davon entfallen auf das Schauspiel. 
Schon jetzt klagen Opern-Intendant Bernd Loebe und Schauspiel-Intendant Anselm Weber über diese Belastung – sie war auch Thema in der Sitzung des Bühnen-Aufsichtsrates am 3. Dezember. 

Ein großer Teil der Ausgaben entfällt ohnehin auf Pflichtaufgaben der Theater. Gespart werden kann fast nur beim künstlerischen Etat der Häuser – und genau das versuchen Loebe und Weber. So wird bei der Oper etwa genau gerechnet, wieviele Premieren mit einem Bühnenbild sich das Haus pro Saison leisten kann – und wieviele Aufführungen nur konzertant sein können. 

Auch das Schauspiel muss  beim künstlerischen Etat nach Sparmöglichkeiten suchen. 

In dieser Situation noch zusätzlich die Kosten des Tarifabschlusses zu bezahlen, würde Oper und Schauspiel auch nach Einschätzung des Magistrats überfordern. Die Stadtregierung ist deshalb bereit, 90 Prozent der Mehrkosten des Tarifabschlusses zu tragen. Das macht auch Wiebke Reimann, Sprecherin von Bürgermeister und Kämmerer Uwe Becker (CDU), gegenüber der FR deutlich. 

„Es besteht die Regelung, dass die Stadt 90 Prozent des Tarifabschlusses übernimmt“, sagt Reimann und fügt hinzu: „An dieser Regelung wird der Kämmerer festhalten.“ Es bleibt eben der Rest von zehn Prozent, den die Bühnen selbst finanzieren müssten. 

Was dies im Einzelnen für Oper und Schauspiel bedeutet, ist noch unklar. 

Der Aufsichtsrat der Bühnen GmbH tritt zur nächsten Sitzung erst im kommenden Frühjahr zusammen. 

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