Integration in Frankfurt

Stadt testet anonyme Bewerbungen

  • schließen

Die Stadt Frankfurt will im kommenden Jahr probeweise für 15 Stellen anonyme Bewerbungsverfahren anbieten. Sie will zudem die interkulturelle Kompetenz der Verwaltung verbessern.

Die Stadt Frankfurt will im kommenden Jahr anonyme Bewerbungsverfahren erproben. Das hat Personaldezernent Stefan Majer (Grüne) am Freitag angekündigt. Getestet werde dies in 15 Auswahlverfahren für Fach- und Führungskräfte in den Bereichen Technik, Pädagogik und Verwaltung, sagte er im städtischen Personal- und Organisationsamt. Ziel sei es zum Beispiel herauszufinden, ob es einen Unterschied macht, wenn ein Migrationshintergrund eines Bewerbers in der Vorauswahl für eine Stelle nicht zu erkennen ist, sagte Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD).

Weber und Majer stellten zudem vor, wie die interkulturelle Kompetenz der etwa 13 000 Beschäftigten der Kernverwaltung steigen soll. Neue Handreichungen des Amts für multikulturelle Angelegenheiten bieten rund 2000 Mitarbeitern mit Personalverantwortung Informationen, Hintergrundtexte und praktische Tipps zu diesem Thema. Zudem soll es neue Fortbildungsangebote geben. Es gehe etwa darum, eigene Vorurteile zu reflektieren und Menschen verschiedener Herkunft auf Augenhöhe zu begegnen, sagte Weber.

Die interkulturelle Öffnung der Ämter, Betriebe und Institutionen der Stadtverwaltung sei von herausragender Bedeutung, sagte Weber. Schließlich wachse Frankfurt und werde immer diverser. Dieser Vielfalt in der Bevölkerungszusammensetzung müsse die Verwaltung professionell und empathisch begegnen.

Majer stellte zudem heraus, dass die Stadt, gerade angesichts der derzeit schwierigen Suche nach Fachkräften, für alle Bevölkerungsgruppen als Arbeitgeber attraktiv sein müsse. Wie hoch etwa der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund bei der Stadt ist, weiß auch das Personaldezernat nicht. Etwa 15 Prozent der städtischen Beschäftigten haben keinen deutschen Pass oder wurden im Ausland geboren. Weitere Daten erhebt die Stadt nicht. Fast jeder dritte Frankfurter hat keinen deutschen Pass, mehr als die Hälfte einen Migrationshintergrund.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare