Cebeef in Frankfurt

Stadt soll den Cebeef übernehmen

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Gewerkschafter wollen den Club Behinderter und ihrer Freunde in Frankfurt (Cebeef) retten. Ein Offener Brief soll auf dem DGB-Neujahrsempfang Oberbürgermeister Peter Feldmann übergeben werden.

Seit 2016 besteht für den Club Behinderter und ihrer Freunde (Cebeef) eine Schutzschirminsolvenz. Kurz vor Weihnachten hat der Gläubigerausschuss nach Angaben von Geschäftsführerin Sabine Eickmann beschlossen, den Club zwei interessierten Investoren anzubieten. In einem offenen Brief, den bereits viele Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter, Betriebsräte und Politiker unterzeichnet haben, wird gefordert, dass die Stadt den Club übernimmt. „Rettet den Cebeef!“ lautet der Titel einer Pressemitteilung vom Freitag, in der angekündigt wird, dass der offene Brief am heutigen Samstag auf dem Neujahrsempfang des DGB Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) überreicht werden soll. Weitere Adressaten sind Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU) und die Fraktionen der Römerkoalition.

Hintergrund seien die „anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten des Trägers“, so Erstunterzeichner und Verdi-Vertrauensmann Michael Altmann. Zuletzt sei der Club in die Schlagzeilen geraten, weil er den Beschäftigten das Weihnachtsgeld stunden musste. Wenn der Verein nun wie vom Gläubigerausschuss und einer Beratungsgesellschaft geplant anderen Trägern angeboten werde, drohe seine „Auflösung“.

In dem offenen Brief ist explizit vom „Filetieren“ die Rede: Lukrative Arbeitsbereiche würden anderen Trägern angeboten; was mit den defizitären Bereichen geschehe, sei unklar. Es könne nicht im Interesse der Stadtgesellschaft sein, ein „bewährtes Instrument der Behindertenhilfe zu zerschlagen“, so Vertrauensmann Altmann. Vielmehr gehe es um eine gesellschaftlich und politisch gewollte Arbeit der öffentlichen Daseinsvorsorge.

Durch eine Überführung des Cebeef in einen städtischen Eigenbetrieb könne gewährleistet werden, dass die Leistungen der Stadt tatsächlich ordnungsgemäß verwendet und die Beschäftigten nach Tarif bezahlt würden. Dies war in der Vergangenheit häufig nicht der Fall gewesen.

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