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Afrika erklingt beim Begegnungsfest des FTV.

Ostend

Sport heißt Integration

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Der Frankfurter Turnverein feiert sein achtes deutsch-afrikanisches Begegnungsfest und zeigt, dass Sport auch Kultur, Begegnung, Miteinander und Integration bedeutet.

Unsere Tradition heißt Innvoation.“ So lautet das Motto des Frankfurter Turnvereins 1860 (FTV), dem ältesten Turnverein der Stadt. Tatsächlich gibt es Turnen im Sportangebot des Vereins gar nicht mehr, dafür aber Aikido, Capoeira, Qigong. Sport aus aller Welt statt urdeutscher Leibesübung. Tatsächlich geht es im Verein auch gar nicht mehr nur um Sport, sondern auch um Integration, Kultur, um Multikulti.

Am Samstag war es wieder zu sehen. Etwa 60 Menschen waren am Abend in das Ravenstein-Zentrum an der Pfingstweidstraße gekommen; es war die achte Ausgabe des deutsch-afrikanischen Begegnungsfestes „Jambo Afrika“, das der FTV jährlich zusammen mit dem Sozialverein Maisha organisiert. Das Essen: afrikanisch. Das Programm: Qigong, afrikanische Tänze und Musik; auch eine vietnamesische Frauengruppe trat auf.

Man frage Vereinsmitglieder heute nicht mehr, woher sie kommen, berichtete Ute Müller-Kindleben. Sie leitet das Ressort „Kultur und Integration“ beim FTV, ein Posten, den es dort seit 15 Jahren gibt und den noch nie jemand anderes innehatte als Müller-Kindleben. Die 62-Jährige schätzt, dass etwa drei Viertel der Kinder- und Jugendlichen im Verein einen Migrationshintergrund haben. Von den knapp 2000 Mitgliedern sind laut ihrem Mann, dem Vereinsvorsitzenden Gerd Kindleben, zwischen 40 und 45 Prozent nicht volljährig; rund ein Viertel der Vereinsmitglieder seien in den vergangenen sechs Jahren eingetreten.

„Wir wollen nicht stehenbleiben“, sagte Müller-Kindleben, der Turnverein versuche zu integrieren. Zum Teil tut er das mit städtisch geförderten Angeboten wie etwa einem Schwimmkurse für Frauen mit Migrationshintergrund. Auch sei das Umfeld des Vereins im Ostend einfach „sehr multikulturell“, beim FTV verstehe sie sich als „Vermittlerin“, berichtete Müller-Kindleben. Seit 2004 hält der FTV Kontakt zu Maisha. Der Verein versteht sich als Selbsthilfegruppe für afrikanische Frauen. Im Jahr 2004 habe der Turnverein ihnen unvermittelt Räume angeboten, erinnerte sich Virginia Wangare Greiner, Geschäftsführerin von Maisha, am Samstag. Die Suche nach Räumen sei damals schwierig gewesen; und dann sei nach einer Podiumsdiskussion eine Frau auf sie zugekommen und habe ihnen einfach so Räume angeboten. Es war Müller-Kindleben. Maisha ist bis heute Kooperationspartner des FTV.

Auch Integrationsdezernentin Sylvia Weber (SPD) war zum Begegnungsfest gekommen. Sie lobte die interkulturelle Arbeit des FTV als „vorbildlich“.

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