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Bringen dem Römer den Segen: die Frankfurter Sternsinger.

Frankfurt

Segensbringer im Kaisersaal

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Oberbürgermeister Feldmann (SPD) dankt den Sternsingern mit einer Einladung in den Römer. 30 von 300 Mädchen und Jungen, die in diesem Jahr Spenden gesammelt haben, waren dort.

Schon vor Einlass in den Kaisersaal begannen sie zu singen. Zum Abschluss der Weihnachtsferien kamen am Samstagnachmittag rund 30 Mädchen und Jungen verkleidet als Sternsinger in den Römer, um den Segen der Heiligen Drei Könige zu überbringen. Den Engelsgesang „Gloria in Excelsis Deo“ stimmten sie gleich zweimal an. Mit langen, bunten Umhängen, goldfarbenen, hölzernen Sternen, Pappkronen auf den Köpfen und leeren Weihrauch-Schwenkern waren die Kinder und Jugendlichen sowie ihre Begleiter in den Römer gezogen. Auch Blechbüchsen hielten einige in den Händen, mit denen sie in diesem Jahr Geld für „Kinder mit Behinderung in Peru und weltweit“ gesammelt haben.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) überreichten die Sternsinger eine Kerze sowie eine kleine Schultafel, auf der mit Kreide die Schriftzeichen „20*C+M+B*19“ geschrieben standen: Christus mansionem benedicat, Christus segne dieses Haus. Feldmann bezeichnete das Sternsingen als einen „Teil der größten Sozialaktion Deutschlands“ und sagte an die Sänger gerichtet, der Empfang im Römer sei ein „kleiner Dank für euren großen Einsatz“.

In den Vorjahren sei der Kaisersaal voll von Sternsingern gewesen, berichtete die Gemeindereferentin der Dompfarrei, Petra Löbermann, die die geringe Zahl dieses Mal durch die Ferienzeit begründete. Trotzdem hätten sich am vorherigen Wochenende, vor dem Tag der Heiligen Drei Könige am 6. Januar, stadtweit etwa 300 Sternsinger beteiligt. Ein schwindendes Interesse an dem Ehrenamt könne sie nicht erkennen, sagte Löbermann.

In kleinen Gruppen waren die Kinder und Jugendlichen in ihren Stadtteilen von Haus zu Haus gegangen. An den Eingängen hatten sie Gedichte gesprochen und Lieder gesungen sowie mit Kreide oder Aufkleber den Segensspruch auf den Wohnungstürrahmen geschrieben oder geklebt. Daneben seien die 5- bis 16-Jährigen auch in Krankenhäusern, Kindergärten, Altenheimen und anderen sozialen Einrichtungen unterwegs gewesen, sagte Löbermann.

Die beiden Geschwister Carolin und Manuel aus Niederrad, die zum vierten Mal dabei waren und Messdiener in der Sankt-Jakobus-Gemeinde sind, waren auch an einem besonderen Ort: „Nicht jeder hat das Privileg, zum Deutschen Fußballbund zu gehen“, berichtete die ganz in Blau gehüllte neunjährige Carolin. Ein Replikat des DFB-Pokals sowie weiterer Trophäen hätten sie in der Frankfurter Zentrale bewundern dürfen. DFB-Präsident Reinhard Grindel habe die Sternsinger dort empfangen. Wichtig sei ihr und ihrem zwei Jahre älteren Bruder aber vor allem eines: „Kindern zu helfen, die wirklich Hilfe und Geld brauchen“, erzählte Carolin. „Ihr macht auf Ungerechtigkeiten aufmerksam und findet euch nicht damit ab“, lobte auch der OB.

„Ich finde es cool, dass man den Leuten was vorsingt und anderen Leuten hilft, die Hilfe brauchen“, sagte auch der elfjährige Jeremias aus Oberrad, der zum ersten Mal als Sternträger mitgemacht hatte. Und Stadtdekan Johannes zu Eltz ergänzte: Frankfurt sei eine „wohlhabende Stadt mit Herz. Das habt ihr gezeigt“.

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