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Schulen in Frankfurt

Schulen ziehen um

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Die Gymnasiale Oberstufe soll vom Riedberg nach Bockenheim ziehen – das hat Folgen für andere Gymnasien und Gesamtschulen in Frankfurt.

Ein Mietvertrag – drei gelöste Schulprobleme. Auf diese kurze Formel kann die Nachricht von Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) und Baudezernent Jan Schneider (CDU) gebracht werden, das Gebäude in der Voltastraße 1 in Bockenheim ab Dezember anmieten zu wollen. Denn diese Entscheidung sichert die Zukunft von gleich drei Frankfurter Schulen: Ein Standort für die Neue Gymnasiale Oberstufe (NGO) ist gefunden, die nun ihre Container an das geplante Gymnasium West abgeben kann und ihren Platz auf dem Riedberg frei macht für die IGS Kalbach-Riedberg.

Drei große Sorgen weniger, für die Dezernenten und Schulgemeinden. Denn die NGO hätte in ihren Containern auf dem Riedberg nur bis 2019 bleiben können. Dann sollte Platz gemacht werden für einen Neubau der IGS Kalbach-Riedberg, die provisorisch in der Nähe untergebracht ist. Doch an ihren endgültigen Standort im Gallus hätten die 470 Schüler nicht ziehen können: Der geplante Bildungs-campus Gallus ist erst in Planung, „in fünf bis sechs Jahren kann dort frühestens eingezogen werden“, sagt Weber. „Im neuen Domizil kann die NGO ohne Zeitdruck bleiben.“

Umzug im ersten Quartal 2018

Der Umzug soll im ersten Quartal 2018 stattfinden. Nur wenig muss in dem Gebäude umgebaut werden. Zwar ist es ursprünglich als Bürokomplex errichtet, zuletzt aber bereits als Schule genutzt worden. Die private Mundanis-Schule hatte dort ihr Quartier. Für Stadtrat Schneider zeigt sich an der Anmietung des ehemaligen Bürohauses, dass durch „die Umnutzung von Gebäuden privater Bauherren kurzfristig zusätzliche Schulflächen gewonnen werden können“. In Anbetracht des hohen Bedarfs an Schulgebäuden „sollten wir diese Möglichkeit öfter nutzen“.

Marcus Bohnenberger vom Leitungsteam der NGO kann den Umzug kaum erwarten. „Es ist gut, dass die unklare Standortsituation nun geklärt ist“, sagt er. Auch sei man froh, nicht noch jahrelang in Containern bleiben zu müssen. Die Elternschaft ist über den Umzug der Oberstufe ebenfalls erleichtert. „Sie kommt dem Gallus näher, kann sich dort schon ein Netzwerk aufbauen“, sagt Stadtelternbeirätin Alix Puhl. Außerdem liege sie zentraler und sei gut aus ganz Frankfurt zu erreichen. „Der Umzug ist auch ein Signal für die neuen Schulen IGS Süd und KGS Niederrad, die ohne Oberstufe sind“, sagt Puhl. Nun sei der Anschluss für diese Schüler gewährleistet. „Viele Eltern haben nicht daran geglaubt, dass die Oberstufe tatsächlich näher ziehen wird.“

Der Mietvertrag für das Gebäude läuft über zehn Jahre, und kann auf 20 Jahre verlängert werden. Der Magistrat hat den Umzug am Freitag beschlossen, die Stadtverordneten sollen im November dem Mietvertrag zustimmen. „Die Lage ist sehr gut, die werden wir auch später gut gebrauchen können“, sagt Weber. Für Auslagerungen und Neugründungen von Schulen etwa. Der Quadratmeterpreis beträgt 12,40 Euro. „Das wird auch in 20 Jahren noch in Bockenheim ein günstiger Preis sein.“

Mit dem Umzug der NGO ist dann auf dem Riedberg Platz, um ein Gebäude für die IGS Kalbach-Riedberg zu errichten. Die geplante Erweiterung am provisorischen Standort sei nun vermutlich nicht mehr nötig“, sagt Weber. „So sparen wir Geld, weil wir direkt bauen können.“

Und zu guter Letzt hat das am Römerhof geplante Gymnasium West nun auch Räume: Es bekommt die Containeranlage der NGO. Ohne diese Pavillons wäre eine Eröffnung der Schule im nächsten Jahr fast unmöglich geworden. Neue Container bis dahin zu besorgen, „das hätten wir nicht geschafft“, sagt Weber. Dafür hätte die Zeit nicht gereicht. Nun sollen die Pavillons im April vom Riedberg an den Römerhof geschafft werden.

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