+
Die Schule am Hang muss saniert werden - bei laufendem Betrieb.

Schulen in Frankfurt

Schule am Hang zieht um

  • schließen

Die Schule am Hang im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim muss dringend saniert und erweitert werden. Die Bauarbeiten sollen im laufenden Betrieb erfolgen. Die Schulgemeinde fürchtet Baulärm und Schmutz.

Eigentlich freut sich Elke Jäger-Tocü über die Sanierung ihrer Schule: „Wir sind dankbar dafür, dass die Schule am Hang saniert und erweitert wird“, sagte die Schulleiterin in der Sitzung der Ortsbeirat 16 am Dienstagabend. Nur den anstehenden Bauarbeiten blickt sie mit Bauchschmerzen entgegen: „Eine ganze Generation von Grundschülern müsste auf einer Baustelle lernen.“

Drei bis vier Jahre sollen die Bauarbeiten dauern. Unter anderem werden die fünf Pavillons der Grundschule mit knapp 450 Schülern kernsaniert und es wird eine weitere Turnhalle gebaut. Bisher sehe der Bauplan vor, dass schrittweise gebaut wird, erklärte Jäger-Tocü. Heißt: Während die Kinder pauken, wird nebenan gehämmert, gebohrt und gesägt.

„Wie soll so ein komplexer Bauprozess ohne Lärm, riesige Kräne und Schmutz umgesetzt werden?“, fragte die Schulleiterin. „Unsere Bedenken werden immer größer.“ Sie fordert, dass die Schule während der Bauarbeiten in ein Containerdorf ausgelagert wird. Der Schulelternbeirat sieht das genauso. Zwar sei vorgesehen, dass die lauten Arbeiten in den Ferien durchgeführt werden, sagte Frank Zierke, Vorsitzender des Schulelternbeirats im Gespräch mit der FR. „Aber das halte ich nicht für realistisch.“ Der Bau einer Turnhalle sei nicht in sechs Wochen zu bewerkstelligen. „Wir wollen, dass es für die Kinder erträglich wird“, sagte Zierke.

Die Schule hofft auf Unterstützung vom Ortsbeirat. Bereits vor der Sitzung haben Schulleitung und Elternbeirat ihr Anliegen mit einem Brief an das Stadtteilgremium herangetragen (die FR berichtete). In der Sitzung verlieh die Jäger-Tocü ihrer Forderung Nachdruck: „Im Interesse der Schüler und der Bürger von Bergen-Enkheim bitte ich Sie darum, unsere Anliegen zu unterstützen.“

Schulleiterin stieß auf offene Ohren

Die Schulleiterin stieß auf offene Ohren: „Wir sind ganz auf ihrer Seite“, versicherte Ortsvorsteherin Renate Müller-Friese (CDU). Bevor die Stadt zum Handeln aufgefordert wird, wollen sich die Abgeordneten aber ein umfassendes Bild machen. „Da gibt es noch viele Dinge, die man im Detail besprechen muss“, sagte Peter Roth (SPD). Vor allem müsse man sich mit der Schule am Ried absprechen, weil dort in absehbarer Zeit ebenfalls Bauarbeiten anstünden. „Vielleicht möchten die auch ausgelagert werden.“ Eine große Mehrheit der Abgeordnete lehnte daher den Eilantrag der Wählerfraktion Wir Bergen Enkheimer (WBE) ab. Sie forderte die Auslagerung der Schule auf die Tagesordnung zu setzen.

So oder so: Die Schule am Hang wird den Ortsbeirat in Zukunft beschäftigen – auch wenn zunächst kein Antrag verabschiedet wurde. So trifft sich bis zu nächsten Sitzung ein Gremium des Ortsbeirats mit Vertretern der Schule am Hang und der Schule am Ried. Zusätzlich sollen das Stadtschulamt und das zuständige Architekturbüro die Pläne im Ortsbeirat vorstellen. „Damit haben wir dann eine sachliche Grundlage und können eine Entscheidung treffen“, kündigte Roth an.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare