+
Am Montag wird die IGS Nordend wieder demonstrieren ? diesmal vor der Sodexo-Zentrale.

Schulen in Frankfurt

Schuldezernentin wegen Sodexo unter Druck

  • schließen

Nach dem Zuschlag für den Großcaterer Sodexo an der IGS Nordend muss sich die Frankfurter Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) im Römer Kritik anhören.

In der Debatte um das Schulessen an der IGS Nordend gerät Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) zunehmend unter Druck. In der Plenarsitzung der Stadtverordneten am Donnerstag musste sich die Sozialdemokratin auch vom Koalitionspartner, den Grünen, Kritik anhören. Das Vergabeverfahren zur Essensversorgung, bei dem der Großcaterer Sodexo statt des bisherigen Mensabetreibers Cantina Buen Barrio gewonnen hatte, sei nur juristisch korrekt abgelaufen, sagte Birgit Ross (Grüne): „Politisch war es nicht korrekt.“ Ross forderte Weber auf, mit Sodexo zu verhandeln, damit der bisherige, in der integrierten Gesamtschule sehr beliebte Caterer doch bleiben könne: „Holen Sie die Kuh vom Eis.“

Zuvor hatte Weber betont, das Vergabeverfahren sei korrekt abgelaufen. Die Schule habe ihre Wünsche für die Ausschreibung äußern können. Auch sie habe gehofft, dass die Cantina Buen Barrio gewinnt, doch die Bewerbung habe „qualitative Mängel“ aufgewiesen. An der Entscheidung sei nichts mehr zu ändern.

In der Sitzung gab es aber Zweifel daran, dass die Kommunikation zwischen der Schule und den Behörden reibungslos verlief. So berichtete Birgit Ross, Schulleiter Uwe Gehrmann habe vor der Ausschreibung beim Stadtschulamt um Beratung gebeten. Auf eine entsprechende Mail habe er aber nie eine Antwort bekommen. Telefonisch habe Gehrmann im Amt nie jemanden erreicht. Die Behörde stelle die Abläufe anders dar, erwiderte Weber. Sie kündigte aber an, bei künftigen Ausschreibungen einen engeren Kontakt zu den Schulen zu suchen. Zudem sollen die Kriterien so verändert werden, dass kleinere Caterer bessere Chancen haben.

Warum die Vorgaben nicht früher geändert wurden, wollte Jutta Ditfurth (Ökolinx) wissen. Sie zeigte sich „maßlos enttäuscht“ von Weber und warf der Dezernentin „sozialdemokratischen Fatalismus“ vor. Ditfurth forderte den Ausstieg aus dem Vertrag mit Sodexo. Im Zweifel müsse die Stadt eben Schadensersatz leisten. Zumindest aber sollte Weber Sodexo unter Druck setzen. Das Unternehmen müsse Angst vor einem Imageschaden haben.

Dominike Pauli (Linke) sagte, es reiche nicht „einen Fragebogen an die Schulen zu schicken“. Sie forderte die Revitalisierung der Stadtküche und ein Ende von Ausschreibungen bei der Essensversorgung. Sabine Fischer (CDU) erklärte, im Fall der IGS Nordend sei die Ausschreibung „total daneben gegangen“. Das Mittagessen müsse zum pädagogischen Konzept an Schulen gehören.

Einzig Hubert Schmitt (SPD) sprang für Weber in die Bresche. „Es gibt rechtliche Rahmenbedingungen, um die man nicht herumkommt“, sagte er über die Ausschreibung. Am Zuschlag für Sodexo sei nichts mehr zu ändern. Die Stadt habe bei der Vergabe Kriterien angewandt, die noch unter Webers Vorgängerin Sarah Sorge (Grüne) beschlossen worden seien.

Unterdessen hat der Elternbeirat der IGS Nordend Details zur Demonstration vor der Sodexo-Zentrale in Rüsselsheim veröffentlicht. Danach werden die Schüler am Montag das Unternehmen bitten, sich aus dem Verfahren zurückzuziehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare