Frankfurt-Nord

Schlechte Informationspolitik

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Bürger fühlen sich bei der Main-Weser-Bahn alleingelassen. Die Bahn sichert nun zumindest zu, den Ortsbeirat 9 informieren zu wollen.

Der Ausbau der Main-Weser-Strecke sorgt im Ortsbeirat 9 weiterhin für Diskussionen. Auch in der jüngsten Sitzung zeigten sich Anwohner unzufrieden über die Vorgehensweise der Bahn und forderten mehr Informationen.

Den Bürgern fehlten jegliche Auskünfte, wie es mit dem Ausbau weitergehe, monierte Anwohnerin Susanne Nordbruch. Mit welchen Bauzeiten die Bahn für die Abschnitte in Eschersheim und Ginnheim rechne und wie die Pläne im Detail aussähen, sei weder über den Internetauftritt der Bahn noch über die Hotline zu erfahren. Sie forderte die Stadtteilpolitiker auf, den Bürgern Infos über die Bauentwicklungen zu geben. Andere Bürger kritisierten: „Wir wissen nicht einmal, wann die Bagger durch unsere Gärten fahren werden.“

Der stellvertretende Ortsvorsteher Rachid Rawas (SPD) zeigt Verständnis für die Beschwerden. Fehlende Auskünfte sorgten für Verunsicherungen. Diesen entgegenzutreten sei Aufgabe der Lokalpolitik. „Wir schulden den Bürgern eine Infoveranstaltung.“ Gleichzeitig mahnt er die Öffentlichkeitsarbeit der DB an. Grundsätzlich müsste die DB die Betroffenen auf dem Laufenden halten.

Ein eklatantes Kommunikationsdefizit seitens der Bahn als auch der Stadt sieht Michael Hub vom Aktionsbündnis „Bahnane“. Der Magistrat sollte im Sinne der Bürger Interesse an einer transparenten Bauprojektdurchführung haben. Das Aktionsbündnis habe nicht den Eindruck, „dass die zuständigen Stellen diese Rolle wahrnehmen“.

Konkret geht es vor allem um Beeinträchtigungen, die durch Arbeiten an den Bahnüberführungen an der Woogstraße in Ginnheim und am Grünen Graben in Eschersheim entstehen werden. Aber auch Lärmbelästigung durch Bauarbeiten sowie das Gefahrenpotenzial im Straßenverkehr durch den zunehmenden Lkw-Verkehr waren Thema im Ortsbeirat.

Ein Sprecher der Bahn kündigte im Gespräch mit der FR an, zum gegebenen Zeitpunkt die Bürger über den Planungsverlauf zu informieren und entsprechende Vorhaben auch öffentlich im Stadtteilgremium vorzustellen. Der Internetauftritt des Projekts solle ebenfalls aktualisiert werden, sobald eine Prüfung der zeitlichen Verzögerung der Arbeiten abgeschlossen sei. Die Verzögerung im Bauzeitplan sei laut DB-Sprecher durch die insgesamt 25 Besitzeinweisungsverfahren zustande gekommen, nachdem „trotz mehrerer Versuche keine Kaufverträge mit den Eigentümern zustande kamen“, erklärt der Sprecher.

„Bahnane“-Sprecher Hub sieht das anders. Die Besitzeinweisungen hätten stattgefunden, ein Zugriff auf die entsprechenden Grundstücke durch die Bahn sei deshalb schon längst möglich. „Das Problem sind nicht die Anwohner, sondern, dass längst beschlossene baulogistische Pläne einfach geändert werden, ohne die Bürger darüber zu informieren.“

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