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Schauspiel-Intendant Anselm Weber beschäftigt die Debatte um "seine" Bühnen.

Schauspiel Frankfurt

Schauspiel-Intendant besorgt wegen Bühnendebatte

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  • Immanuel Dobrowolski
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Die höheren Löhne für die 1200 Beschäftigten der Städtischen Bühnen in Frankfurt müssen noch finanziert werden. Schauspiel-Intendant Anselm Weber wünscht sich "Planungssicherheit für die Saison".

Die Verhandlungen werden schwierig. Kämmerer Uwe Becker (CDU) und Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) müssen sich darüber einigen, wie die Lohn- und Gehaltserhöhungen für die 1200 Beschäftigten der Städtischen Bühnen finanziert werden. Es geht um mehr als drei Millionen Euro zusätzlicher Ausgaben – das steht im strikten Gegensatz zum offiziellen Sparkurs der Römer-Koalition von CDU, SPD und Grünen. 

„Die Kulturdezernentin wird sich dafür einsetzen, dass es zu einem weitgehenden Ausgleich im Personalkostenansatz der Städtischen Bühnen kommt“, sagte Hartwigs Sprecherin Jana Kremin. Mit anderen Worten: Die Millionen sollen aus dem allgemeinen Etat finanziert werden. Im neuen städtischen Haushalt 2018 hat das keine Auswirkungen mehr, wie Beckers Sprecherin Wiebke Reimann sagte – er soll am heutigen Donnerstag vom Stadtparlament beschlossen werden. 

Doch schon im Mai beginnt das Ringen in der Koalition um den Etat von 2019. Die Kulturdezernentin hofft darauf, dass sich der Verhandlungserfolg des Jahres 2014 wiederholen lässt. Damals konnte Hartwigs Vorgänger Felix Semmelroth (CDU) nach längeren Querelen erreichen, dass 90 Prozent des Tarifabschlusses aus dem allgemeinen Haushalt finanziert wurden. Nur zehn Prozent mussten die Bühnen selbst aufbringen – das war aber schwierig genug.

„Ich hoffe, dass sich die Dezernentin durchsetzen kann“, sagte der kulturpolitische Sprecher der Grünen im Römer, Sebastian Popp. Anselm Weber verfolgt die Entwicklung mit Sorge. „Ich lese die Zeitungen sehr genau“, sagt der Intendant des Schauspiels am Mittwoch bei seiner Pressekonferenz für die neue Spielzeit 2018/2019. „Mir leuchtet es nicht ein, dass eine Stadt wie Frankfurt solche Diskussionen überhaupt führt.“ Der Intendant meinte sowohl die Spardebatte wie auch die um die Zukunft der Städtischen Bühnen am Willy-Brandt-Platz. Weber warnte davor, dass die Kultur zum Sparen aufgefordert wird. „Was einmal verschwindet, wird so schnell nicht erneuert“, sagte er. Gerade Frankfurt wisse davon ein Lied zu singen. 

Bevor es um das eigentliche Thema der Pressekonferenz in der Panoramabar des Schauspiels ging, den neuen Spielplan, formulierte Weber auch stellvertretend für Opern-Intendant Bernd Loebe eine Bitte: „Wir wünschen uns Planungssicherheit für die Saison.“

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