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Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) weist die Schuld für die Höldrich-Absage von sich.

Personal-Debakel an Musikhochschule

Rhein weist Schuld über Höldrich-Absage zurück

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Wenig Bedauern über die Absage des neuen Präsidenten der Musikhochschule: Die Forderungen des Bewerbers sollen unerfüllbar gewesen sein.

Der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) hat den Vorwurf zurückgewiesen, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst stiefmütterlich zu behandeln. „Ich sehe nicht, dass wir der Hochschule irgendeine Entwicklungsmöglichkeit verbauen“, sagte Rhein der Frankfurter Rundschau am Freitag in Wiesbaden.

Der frühere Präsident der Hochschule, Thomas Rietschel, hatte dem Ministerium im FR-Interview „Nichtachtung der Situation der Hochschule“ vorgeworfen. Zum Anlass nahm Rietschel die gescheiterte Berufung des Österreichers Robert Höldrich zum Präsidenten der Hochschule. „Das Ministerium hat sich nicht ernsthaft bemüht, diesen Mann für Hessen zu gewinnen“, behauptete Rietschel.

Das Scheitern hat sich der Kandidat nach Auffassung von Minister Rhein jedoch selbst zuzuschreiben. Als Gehalt habe er mehr als doppelt so viel verlangt, wie sein Vorgänger Rietschel verdient habe, sagte der Minister. Das passe „nicht ins Gehaltsgefüge“. Zudem habe Höldrich unerfüllbare Forderungen zur Finanzierung der Hochschule gestellt, die derzeit über ein Budget von 20,5 Millionen Euro verfüge.

Der Hochschulpakt lege die Verteilung der Mittel zwischen den 13 staatlichen Hochschulen des Landes bis 2020 fest. Dabei profitierten die beiden Kunsthochschulen mit deutlich höheren Zuwächsen als die übrigen Hochschulen. Dies habe Rietschel selbst ausgehandelt. Es sei daher nicht möglich, die Zahl der Studierenden zu erhöhen, wie Höldrich dies gewünscht habe.

Bei anderen Punkten habe sich Hessen gesprächsbereit gezeigt. So sei man willens, künstlerische Forschung an der Hochschule zu verstärken und über Baumaßnahmen zu verhandeln, erläuterte Rhein. Für die nächste Nominierung wünsche er sich eine Person, „die sich informiert hat über die Rahmenbedingungen“, formuliert Rhein scharf.

Die Hochschule hatte Höldrich im Dezember 2016 gewählt. Gehaltsverhandlungen wurden anschließend vom Land geführt. Dabei sei Hessen „über die Schmerzgrenze hinausgegangen“, versicherte Rhein. Die Verhandlungen seien trotzdem an diesem Punkt gescheitert.

Die SPD teilt hingegen die Kritik von Ex-Präsident Rietschel. SPD-Politiker Gernot Grumbach nannte es einen Skandal, dass das Ministerium den gewählten Präsidenten ein halbes Jahr hingehalten habe.

Das trifft nach Rheins Worten nicht zu. Noch im Dezember habe es ein Gespräch zwischen Höldrich und dem für Personalangelegenheiten zuständigen Abteilungsleiter gegeben. Im März habe man sich wieder zusammengesetzt, diesmal mit Staatssekretär Ingmar Jung (CDU). Das sei ein übliches Verfahren.

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