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Das Sarotti-Häuschen auf der Frankfurter Rennbahn.

Rennbahn in Frankfurt

Rennklub soll Sarotti-Häuschen aufgeben

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Das Frankfurter Landgericht verhandelt über die letzte Räumungsklage der Stadt gegen den Rennklub. Dabei geht es um das sogenannte "Sarotti-Häuschen".

Vor knapp drei Jahren wollte die Stadt Frankfurt das Gelände der alten Galopprennbahn in Niederrad an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) übergeben, der dort eine Fußballakademie errichten möchte. Doch zur Übergabe ist es immer noch nicht gekommen. Am heutigen Freitag verhandelt das Landgericht Frankfurt über die letzte Räumungsklage der Stadt für einen Teil des Rennbahngeländes.

Der Rennklub Frankfurt soll dazu verurteilt werden, das sogenannte „Sarotti-Häuschen“ aufzugeben. Dieses kleine Gebäude auf dem Rennbahngelände an der Schwarzwaldstraße hatte einst Alexa zu Solms-Wildenfels errichten lassen, die Mutter des heutigen Rennklub-Vizepräsidenten Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels. Die engagierte Galoppreiterin hatte das Häuschen zu einer kleinen Gedenkstätte für den Galopprennsport in Frankfurt mit seiner mehr als 120-jährigen Geschichte gestaltet.

Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) setzt sehr auf eine positive Entscheidung des Gerichts. „Wir hoffen, dass sich schon eine Tendenz abzeichnet“, sagte Schneiders Sprecher Günter Murr der FR. Man müsse auch abwarten, ob das Landgericht noch einmal Rechtsmittel gegen sein Urteil zulasse.

Rennklub-Vizepräsident zu Solms-Wildenfels warf der Stadt im Gespräch mit der FR vor, sie habe bereits einen Gedenkstein „plattgemacht“, der an die Tradition der Rennbahn erinnern sollte. „Mit diesen Leuten ist keine Verständigung mehr möglich, es soll offenbar jede Erinnerung an die Tradition des Galopprennsports ausgelöscht werden“, sagte der Unternehmer.

Inzwischen ist die Stadt zumindest mit dem notwendigen Planungsrecht für die Fußballakademie ein Stück weit vorangekommen. Am 8. November hat das Stadtparlament ohne öffentliche Aussprache den neuen städtischen Bebauungsplan für das alte Rennbahngelände beschlossen. Er trete in Kraft, sobald er im Amtsblatt veröffentlicht werde, sagte Mark Gellert, der Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD), der FR.

Allerdings habe ein Anwohner bereits Einspruch gegen den Bebauungsplan erhoben, berichtete der Rennbahn-Vizepräsident. Hier werde es deshalb zu einer Auseinandersetzung vor dem Verwaltungsgericht kommen. Ob sie aufschiebende Wirkung hat, wusste man im Planungsdezernat nicht.

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes, Reinhard Grindel, hatte bei einer Podiumsdiskussion in der Oper am Mittwochabend seinen Unmut darüber geäußert, dass es nach drei Jahren Wartezeit und juristischer Auseinandersetzung noch immer nicht zu einer Übergabe des Geländes an die Stadt gekommen ist.  

Dazu sagte Gellert: „Der Bauantrag des Deutschen Fußball-Bundes ist in Arbeit.“ Es handele sich aber um „ein äußerst umfangreiches und komplexes Bauvorhaben“. Es gebe seitens der Stadt keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Bau einer Fußballakademie. Es stünden allerdings „noch eine Reihe von Rückmeldungen von Ämtern“ aus.

Eine Baugenehmigung könne voraussichtlich im Frühjahr 2019 erteilt werden.

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