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Mathias Müller bei seiner letzten Rede als IHK-Präsident auf dem Jahresempfang.

IHK-Jahresempfang

"Die Region ist die Stadt der Zukunft"

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IHK-Präsident Müller betont beim Jahresempfang die prosperierende Wirtschaft in der Region - und wirbt für die länderübergreifende Zusammenarbeit.

Der scheidende Präsident der Frankfurter Industrie- und Handelskammer (IHK), Mathias Müller, geht davon aus, dass die Wirtschaft in der Region trotz zunehmender Unsicherheiten vom Brexit bis zum Handelsstreit zwischen USA und China weiter prosperiert. Vielleicht werde sich das Wachstum etwas abschwächen. Eine Rezession müsse man aber nicht befürchten, schon gar nicht schon in diesem Jahr, sagte Müller am Dienstagabend beim Jahresempfang der Kammer vor mehr als 1800 geladenen Gästen. Eher komme die Zeit, mal durchzuatmen und sich auf qualitatives Wachstum zu konzentrieren. 

Noch beschäftigten die Wirtschaft ohnehin eher „Wachstumssorgen“. Allein die Unternehmen im IHK-Bezirk suchten derzeit 71 000 Fachkräfte, sagte Müller – und hätten große Schwierigkeiten, die Stellen zu besetzen. 

Die Frankfurter IHK sieht Müller, der nach zehn Jahren als Präsident der Kammer nicht wieder gewählt werden kann, in der deutschen Spitzengruppe. Er wies vor allem auf das Engagement der Kammer für eine höhere Wettbewerbsfähigkeit der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main hin. Diese sei inzwischen gut aufgestellt, die Einsicht in die Notwendigkeit, über Partei- und Landesgrenzen hinweg zu kooperieren, wachse beständig, sagte Müller vor Unternehmern, Managern, Entscheidern aus Politik, Kultur und Wissenschaft im IHK-Gebäude. Immer mehr Menschen sei klar: „Die Region ist die Stadt der Zukunft.“ 

Einen eigentlichen Gastredner gab es diesmal nicht. In den vergangenen Jahren hatten Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic und Städel-Direktor Philipp Demandt beim Jahresempfang gesprochen. Diesmal habe man dem neuen Ministerpräsidenten etwas mehr Raum geben wollen, hieß es bei der IHK zur Begründung. 

Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) warb in seiner Rede für Optimismus. Die Voraussetzungen seien gut. Der Beschäftigungsstand in Hessen sei so hoch wie nie. Nirgendwo in Deutschland würden so hohe Löhne gezahlt. Das Land müsse aber auch künftig stark sein. Deshalb müsse etwa der Flughafen wettbewerbsfähig bleiben. Das Land werde weiterhin auch sehr viel in die Bildung und die Infrastruktur investieren, sagte Bouffier und wies etwa auf das neue Digitalministerium und die geplante Digitalisierungs-Offensive hin. 

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) stellte unter anderem die gemeinsamen Anstrengungen der Stadtpolitik und der IHK für die Industrie in Frankfurt heraus, etwa die Einigung über Abstandsflächen zu den Industrieparks Höchst, Griesheim und Fechenheim. Er wies auch auf den geplanten Bau eines Wohnheims für Auszubildende hin. Beim Mangel an Wohnraum handele es sich um ein Problem, das man nur gemeinsam lösen könne, betonte er mit Blick auf den Streit um einen neuen Stadtteil an der A5. Das gehe: Mit Städten wie Offenbach und Friedberg kooperiere man beim Wohnungsbau schließlich schon erfolgreich.

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