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Ob Konzert oder Sport, alles soll in die neue Halle.

Multifunktionshalle Kaiserlei

Das Projekt an der Grenze

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Die Frankfurter wollen eine Multifunktionshalle am Kaiserlei, dem großen Kreisel an der Stadtgrenze zwischen Frankfurt und Offenbach. Die Offenbacher wollen nicht bei dem Bau mitmachen. Das bereitet den Frankfurtern Probleme, beispielsweise bei der Verkehrsanbindung.

Die unendliche Geschichte um eine Multifunktionshalle in Frankfurt ist um ein Kapitel reicher. Nach einer gemeinsamen Pressekonferenz zur Entwicklung des Areals am Kaiserlei vermeldete die Nachrichtenagentur dpa, Frankfurt und Offenbach planten gemeinsam den Bau einer Multifunktionshalle. „Das ist völliger Unsinn“, entgegnet der Sprecher der Stadt Offenbach,, Matthias Müller. „Jeder entwicklelt ein Gebiet nach seiner Vorstellung, wenn Frankfurt eine Halle bauen will, herzlich gerne“, ergänzt Müller. Große Hilfe aus Offenbach wird es dafür aber nicht geben, soll das wohl heißen.

Bestrebungen für eine große Halle, in der Sportveranstaltungen und Konzerte über die Bühne gehen können, gibt es schon etwas länger. Vor ein paar Jahren hatten vor allem die damals noch erstklassigen Eishockeyspieler der Frankfurt Lions den Bau einer solchen Halle forciert, weil ihnen die Konkurrenz aus Mannheim und Köln mit ihren großen Hallen zuschauermäßig den Rang abgelaufen hatten. Auch die Basketballer der Frankfurt Skyliners könnten sich mit einer solchen Halle anfreunden, weil sie sich im Stadtgebiet einen größeren Zulauf erhoffen als in der Ballsporthalle in Höchst. Doch der Bau einer großen Halle im Stadtwald nahe der Fußball-Arena scheiterte Anfang 2010.

Investoren sind interessiert

Ein Jahr später gab die Stadt Frankfurt eine Wirtschaftlichkeitsstudie in Auftrag. Das Ergebnis des renommierten Kölner Unternehmens Sport&Markt: Eine große Halle mit einem Fassungsvermögen von etwa 13.000 Zuschauern stünde der Rhein-Main-Region gut zu Gesicht und würde einen jährlichen Wertschöpfungseffekt von 50 Millionen Euro bringen.

Als neuer Standort wurde das Gebiet um den Kaiserlei ins Gespräch gebracht. Der große Kreisel an der Stadtgrenze zwischen Frankfurt und Offenbach steht nach jahrzehntelangen Planungen ohnehin vor einem großen Umbruch. Mit dem Umzug der EZB ins Ostend wird rund um das Gebiet mit noch mehr Verkehr gerechnet. Zur Entlastung wird aus dem riesigen Kreisel eine Doppelkreuzung. Dadurch erhält die Stadt Offenbach zwei Hektar dringend benötigte zusätzliche Gewerbefläche. Bezahlt wird der Umbau von Bund, Land und der Stadt Frankfurt. Die Stadt Offenbach stellte Frankfurt im Gegenzug eine Fläche von 22 000 Quadratmetern zur Verfügung, um südlich der Gerbermühlstraße ausreichend Platz für eine solche Halle zu erhalten. „Wir wollen einem möglichen Investor so viel möglich Fläche bieten“, betont Sportdezernent Markus Frank (CDU). Knapp 40.000 Quadratmeter stünden damit zur Verfügung.

Interessierte Investoren gebe es, sagt Frank. Es sollen Unternehmen sein, die auch Hallen in Hamburg und Berlin betreiben. Doch das Problem ist die Anbindung. In der Verkehrsplanung der Stadt Offenbach taucht die Halle gar nicht auf. Offenbachs OB Horst Schneider (SPD) sagt dazu: „Derjenige der die Halle betreibt, muss auch nachweisen, dass das Gebäude verkehrlich erschlossen ist.“

Stadt überarbeitet Verkehrskonzept

Das Ausschreibungsverfahren für private Investoren ruht nun, denn Frankfurt muss zunächst das Verkehrskonzept überarbeiten. Der Flaschenhals ist dabei die Ausfahrt auf der A 661. Eine Arbeitsgruppe soll nun nachweisen, dass Veranstaltungen in der Halle keinerlei Rückstaus auf der Autobahn verursachen würden. Etwa ein halbes Jahr, schätzt Frank wird das dauern. Frank hofft, dass sich Berufsverkehr und Besucher der Halle nicht in die Quere kommen. Falls doch, hätte der Sportdezernent auch noch einen anderen Standort im Hinterkopf: „Aber ich werde Plan B nicht verraten, denn ich glaube an Plan A.“

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