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Rechts dürfen eigentlich nur Autos parken. Bild: Max Söllner

Gutleut

Poller und Kontrollen gegen Busse

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Anwohner beklagen, dass die Gutleutstraße zugeparkt und verdreckt wird. Der Ortsbeirat 1 will, dass dort mehr Stadtpolizisten unterwegs sind.

Parkende Busse entlang der Gutleutstraße sind für den Ortsbeirat 1 ein Ärgernis. Das Stadtteilgremium will deshalb Poller und verschärfte Kontrollen – einstimmig hat es den Magistrat zum Handeln aufgefordert.

Insgesamt 35 Busse sind am Montagmittag allein zwischen Camberger und Niederräder Brücke abgestellt. Die Gutleutstraße hat hier Industriegebietscharme. Doch im Bereich der Wurzelsiedlung wohnen auch Menschen, dort ist das Parken großer Fahrzeuge eingeschränkt: Teils rund um die Uhr, teils nur an bestimmten Tagen. Zum Wochenstart halten sich die meisten Busse daran, einzig im Bereich des Gutleuthofwegs brechen wenige die Regeln. Alles eine Momentaufnahme?

Anwohner Wolfgang Pirner nerven die parkende Busse schon länger. Bereits im September schrieb er in einem langen Brief an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) davon, dass die Gutleutstraße als „Busbetriebshof“ missbraucht werde. Vor dem Ortsbeirat erzählt Pirner, zu was das führt: Busfahrer würden ihren Müll – inklusive Toilettenabfälle – auf der Straße entsorgen und wild urinieren. Motoren- und Rangiergeräusche seien vor allem Nachts ein Problem. Parken mehrere Busse hintereinander, werden sie zu „stehenden Wänden“. Fußgänger und Radfahrer seien dann kaum noch zu sehen. Wer auf dem Fahrradweg unterwegs ist, müsse zusätzlich auf geöffnete Gepäckklappen achten.

Und Kontrollen? Laut Stadtpolizei gebe es einen Personalmangel, sagt Anwohner Pirner. Trotzdem folgt der Ortsbeirat einem FDP-Antrag, den Bereich zwischen Camberger Brücke und Erntestraße „häufiger bestreifen zu lassen“, um Rechtsverstöße „konsequent zu ahnden“.

Für Ordnungsamtssprecher Michael Jenisch sind die Busse entlang der Gutleutstraße „kein Beschwerdebrennpunkt“. Seine Mitarbeiter seien dort regelmäßig unterwegs, sagt er der FR. Es komme aber einer „Sisyphusarbeit“ gleich, Wildpinkler und Müllentsorger auf frischer Tat zu ertappen.

Die Stadtteilpolitiker verabschieden auch einen Antrag der Grünen, entlang der Parkstreifen alle zehn Meter einen Poller zu setzen. Auf Höhe der Wurzelsiedlung könnten dann keine Busse und Lkw mehr parken.

Auf FR-Nachfrage kündigt Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) an, den Poller-Vorschlag genauso wie die gesamte Situation in der Gutleutstraße berücksichtigen zu wollen: bei der anstehenden Überarbeitung des Reisebus-Konzeptes.

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