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An der Gwinnerstraße tut sich etwas.

Seckbach

Pläne für die Brache

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An der Gwinnerstraße könnte ein Rechenzentrum entstehen. Die Stadt verrät nicht, welches Unternehmen Bauantrag gestellt hat. Und auch über die Größe des Vorhabens will sie nichts sagen.

Es ist eine exponierte Stelle, die Brache an der Gwinnerstraße neben der neuen Batschkapp. Bis Anfang 2015 standen dort Gebäude der ehemaligen Zimmer AG, ehe sie abgerissen wurden. Nun tut sich etwas auf dem mehr als 25 000 Quadratmeter großen Areal: Im April ist bei der Stadt ein Bauantrag für ein Rechenzentrum eingegangen, wie der Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert, auf Anfrage bestätigt. Über den Antragsteller und die Größe des Vorhabens schweigt er.

Eigentümer des Geländes, das seit dem Ersten Weltkrieg als Gewerbegebiet genutzt wird, ist die in Düsseldorf ansässige GEA Group. Wie Sprecher Marc Pönitz mitteilt, laufen derzeit Verkaufsverhandlungen. Zu weiteren Details macht er keine Angaben. An der Planung für die Nutzung des Grundstücks werde sich die GEA nicht beteiligen.

Nach Angaben von Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD) soll nur ein an die Batschkapp angrenzender Teil des Areals bebaut werden. Das deckt sich mit Gerüchten, denen zufolge die Grundfläche des Rechenzentrums nur rund 8500 Quadratmeter betragen soll. Vorgesehen sind demnach eine Halle für die Computertechnik und ein dazugehöriger Bürotrakt.

Einem Rechenzentrum steht Skrypalle „relativ neutral“ gegenüber, wie er sagt. Wichtig sei ihm lediglich, das Areal dauerhaft als Gewerbegebiet zu erhalten. Auch sollten nach Möglichkeit keine zusätzlichen Einkaufsmöglichkeiten entstehen, um die Nahversorger in den Stadtteilen nicht zu gefährden.

Stadt sieht „großen Bedarf“

Gemeinsam mit dem Standort Fechenheim-Nord soll sich das Seckbacher Gewerbegebiet zu Frankfurts erstem sogenannten nachhaltigen Gewerbegebiet entwickeln. 1,3 Millionen Euro investiert die Kommune in die Aufwertung der beiden Areale. Standortmanager Tobias Löser von der Wirtschaftsförderung äußert sich zu einem Rechenzentrum vorerst nicht. „Solange der Bauantrag nicht beschieden ist“, sagt er, „können wir dazu noch keine Auskunft geben.“

Auf dem Gelände produzierte bis 2007 die Zimmer AG, eines der weltweit führenden Unternehmen für den Anlagenbau in der Kunststoffindustrie. Dann übernahm der Großanlagenbauer Lurgi das operative Geschäft von Zimmer. Die Immobilie verblieb beim Mutterunternehmen der Zimmer AG: der GEA. Ein Teil des Areals hatte die GEA bereits 2013 an die Stadt Frankfurt verkauft, die dort eine bestehende Halle dem Musikclub Batschkapp zur Verfügung gestellt hat.

Um die derzeitige Brache herum verläuft künftig der Riederwaldtunnel. Im Planungsamt erklärte man das Areal Ende 2014 zu einem der wichtigsten Grundstücke, die es zu beleben gelte. Für ein Rechenzentrum an dem Standort gebe es in Frankfurt einen großen Bedarf, sagt Mark Gellert. Die Bauaufsicht werde den Antrag nun auf Recht und Gesetz prüfen.

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