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Zur Übergabe der Unterschriften trifft man sich im Bornheimer Ratskeller

„Zur Sonne“ in Frankfurt

Petition zum Erhalt der Gaststätte überreicht

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Freunde des Gasthauses „Zur Sonne“ überreichen Oberbürgermeister Peter Feldmann ihre Petition zum Erhalt der Gaststätte im Frankfurter Stadtteil Bornheim. Mehr als 5400 Leute haben sie gezeichnet.

Die Eigentümer haben wohl kaum damit gerechnet, dass sich der Oberbürgermeister mit dem Verkauf ihres Gasthauses „Zur Sonne“ beschäftigen würde. Aber am Donnerstag hat Peter Feldmann (SPD) eine Petition für den Erhalt des Lokals entgegengenommen. Initiator Thomas Becker überreichte gemeinsam mit dem Verein „Inter Esse“ 5400 Unterschriften. Feldmann bedankte sich für das Engagement und machte Mut: „Das ist eines der schönsten Lokale in Bornheim. Bleiben Sie am Ball bis wirklich eine Lösung da ist.“

Der neugegründete Verein „Inter Esse“ legte Feldmann auch gleich einen Vorschlag für die weitere Nutzung des „Schmuckstückes auf der oberen Berger Straße“ vor. Die sechs Vereinsmitglieder wollen „unter dem Banner der Nachhaltigkeit und des Sozialen“ einen interkulturellen Treff schaffen, in dem Besucher sich austauschen können. Auch für Probleme soll an diesem Ort Platz sein, erklärt Vereinsmitgründer Roland Lüpold: „Im Zeitgeist des Hitzesommers, des Rassismus und der Altersarmut zeigt sich, dass Gastronomie neu gedacht werden muss.“

In der Sonne „für Jede und Jeden“ soll deshalb ökologischen Fragen wie Müllvermeidung und nachhaltig produzierten Lebensmitteln besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Außerdem will der Verein Selbstbedienung anstelle von Servicepersonal einführen und mit gesenkten Kosten kulinarischen Genuss unabhängig vom Geldbeutel ermöglichen. Die Vereinsmitglieder betonen, dass sie „Menschen willkommen heißen, einbeziehen und nicht auf Gewinnmaximierung aus sind“.

Lüpold und die anderen Vereinsmitglieder kennen sich von verschiedenen Kunst- und Kulturveranstaltungen. Auf ihrer Suche nach Räumen, die „kreative Basis“ werden sollten, stießen sie auf das altehrwürdige Gasthaus. Erst später erfuhr Lüpold von der Petition. Initiator Becker kannte er vorher nicht, doch das gemeinsame Interesse hat zusammengeschweißt, mittlerweile ist auch Becker Vereinsmitglied.

Der wiederum startete die Petition im April als Herzensangelegenheit. Vor zwanzig Jahren zog Becker nach Bornheim in Blickweite der „Sonne“. „Das Gasthaus war das erste Lokal, in dem ich hier essen war.“ Becker vermutet, dass es vielen Bornheimern ähnlich geht. Das würde zumindest erklären, warum so viele Menschen die Petition gezeichnet haben.

Die ist jedoch nicht unbedingt im Sinne der Eigentümer. Eine Immobilie für 2,5 Millionen Euro Kaufpreis, an der das öffentliche Interesse derart groß ist und die zudem unter Denkmalschutz steht, dürfte einige Interessenten abschrecken. Feldmann hingegen sieht die große Öffentlichkeit als Beleg für die Beliebtheit und den zukünftigen Erfolg kommender Projekte. Es gäbe auch schon einige Interessenten, näheres könne er noch nicht sagen.

Dem Verein „Inter Esse“ möchte er trotz des Engagements keine Versprechungen machen. Zumindest weitere Gespräche soll es in etwa zwei Monaten geben. Für Lüpold und seinen Verein heißt es bis dahin: Spenden sammeln und sich über öffentliche Fördermittel informieren.

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