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Pegida oder Bagida oder Legida: Droht Frankfurt ein ähnlicher Aufmarsch?

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Pegida will in Frankfurt demonstrieren

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Ein Ableger der rechten Bewegung Pegida kommt nach Frankfurt und will gegen die angebliche Islamisierung demonstrieren. Ein breites Bündnis lädt auf dem Römer zur Gegenkundgebung ein.

Die rechten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) wollen nun doch eine Demonstration in Frankfurt veranstalten. Wie ein Sprecher des Ordnungsamtes der Frankfurter Rundschau bestätigte, hat eine Privatperson im Namen der Gruppe „Pegida Frankfurt Rhein-Main“ für kommenden Montag, 26. Januar, einen Demozug von der Hauptwache über die Biebergasse, die Börsenstraße und den Rossmarkt angemeldet. Der Aufzug soll um 18.30 Uhr starten, bereits ab 17 Uhr ist an der Hauptwache eine Kundgebung geplant.

Pegida Frankfurt Rhein-Main ist seit Anfang des Jahres auf Facebook aktiv und behauptet von sich, gute Kontakte zu den Organisatoren der islamfeindlichen Pegida-Demonstrationen in Dresden zu haben. Sie versteht sich daher als „offizieller“ Pegida-Ableger in Frankfurt. Die Gruppierung grenzt sich vom ehemaligen AfD-Mitglied Hans-Peter Brill ab, der nach massivem Gegenwind vor kurzem den Plan aufgegeben hatte, eine Initiative mit dem Namen „Fragida“ zu gründen.

Offiziell will Pegida Frankfurt Rhein-Main nichts von „jeglicher Form von linkem, rechtem oder religiösem Extremismus“ wissen. Gleichzeitig teilt die Gruppe auf ihrer Facebook-Seite Texte des rassistischen Internetportals „Politically Incorrect“ und Reden der französischen Politikerin Marine Le Pen, Vorsitzende des rechtsextremen „Front National“.

Neonazis könnten teilnehmen

Nach FR-Informationen hat die neue Pegida-Gruppe auch Kontakte zu den rechtsradikalen „Hooligans gegen Salafisten“ (Hogesa), die im vergangen Jahr in Köln und Hannover aufmarschiert waren. Über die sozialen Netzwerke rufen bereits erste Neonazi-Kameradschaften aus Hessen dazu auf, sich an der Pegida-Demonstration am kommenden Montag zu beteiligen.

Unter dem Motto „Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit“ lädt das Römerbergbündnis am selben Tag zu einer Gegenkundgebung auf dem Römerberg ein. Mehr als 70 Verbände, Parteien und Vereine haben sich dem Aufruf gegen Rassismus und für eine plurale Gesellschaft angeschlossen, unter ihnen Gewerkschaften, der Asta der Goethe-Universität, Islamverbände und die Römerfraktionen von SPD, Linkspartei und Grünen. Die Kundgebung war schon seit Wochen in Planung, bekommt jetzt aber zusätzlich einen aktuellen Anlass.

Unter anderem wollen Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU), Selçuk Dogruer von der Ditib und Enis Gülegen vom Landesausländerbeirat Reden auf dem Römerberg halten. Moderiert wird die Kundgebung vom SPD-Landtagsabgeordneten Turgut Yüksel und der Sozialwissenschaftlerin Elisabeth Abendroth.

Harald Fiedler, Geschäftsführer des DGB in Frankfurt und Sprecher des Römerbergbündnisses, sagte der FR, man hoffe auf bis zu 10 000 Teilnehmer auf dem Römerberg. „Wir fordern die Stadtgesellschaft auf, an unserer Kundgebung teilzunehmen und nicht dem Aufruf dieser Pegida-Truppe zu folgen, die nur Unfrieden in unsere Gesellschaft hineinbringt“, sagte Fiedler. Man wolle sich auf die eigenen Inhalte konzentrieren und die Kundgebung wie geplant abhalten.

Aufgrund der bundesweit scharfen Debatte über die Pegida-Bewegung ist allerdings davon auszugehen, dass viele Menschen statt zum Römer zur Hauptwache gehen werden, um direkt gegen die Pegida-Versammlung zu protestieren. Aktivisten aus der Antifa-Szene hatten in den vergangenen Wochen bereits massiv gegen die Versuche der Initiative „Fragida“ mobil gemacht. Wie eine Sprecherin der Frankfurter Polizei der FR sagte, bewerte man derzeit die Lage und werde beide Veranstaltungen begleiten.

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