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Ein Ruck, und die Passage auf der Zeil trägt einen neuen Namen zu Ehren der Unternehmerin Else Kröner.

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Neuer Name für Zeil-Passage

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Der neu gestalteter Durchgang zwischen Zeil und Holzgraben trägt nun den Namen der früheren Fresenius-Chefin Else Kröner. Dort befindet sich die Apotheke, in der diese einst ihre Karriere begann.

Die in großem Umfang neugestaltete frühere Zeil-Passage heißt nun Else-Kröner-Passage. Ein entsprechendes Namensschild hat der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) am Montag in einer kleinen Feierstunde enthüllt. Mit diesem wollen der Magistrat und der Ortsbeirat 1 an das Wirken der Frankfurter Unternehmerin und Stifterin erinnern, die ihre Karriere einst in der unscheinbaren Hirsch-Apotheke an der Zeil begann, um die die neue Passage mit großem Aufwand herumgebaut wurde.

Die Ziehtochter des Apothekers Eduard Fresenius, 1925 als Else Fernau in Frankfurt geboren, hatte schon während ihres Pharmaziestudiums, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als Aushilfe in dieser Apotheke gearbeitet. Nur ein Jahr später übernimmt sie deren Leitung und als einzige Pharmazeutin unter den Erben von Eduard Fresenius auch die Leitung des chemisch-pharmazeutischen Unternehmens. Dieses baut sie mit ihrem späteren Mann Hans Kröner zum Weltkonzern aus.

Die 1988 überraschend Verstorbene vermacht die Apotheke und ihre Anteile an der Bad Homburger Fresenius AG der von ihr gegründeten Else-Kröner-Fresenius-Stiftung, die mit einem jährliche Fördervolumen von mehr als 40 Millionen Euro im Jahr medizinische Forschung und medizinisch-humanitäre Projekte unterstützt. Sie bezieht ihre Einnahmen nahezu komplett aus den Dividenden des Gesundheitskonzerns, dessen größte Aktionärin sie ist.

Außer der Apotheke, die während des Umbaus geöffnet blieb, ist bereits seit einigen Wochen ein großes Geschäft der Modekette G-Star in der nach Plänen des Frankfurter Architekten Manfred Wenzel entstandenen Passage zu finden.

Vier kleinere Flächen am hinteren Teil des Durchgangs von der Zeil zum Holzgraben sind noch ungenutzt. Einziehen werden, wie es am Montag hieß, eine Snack-Bar mit Vital-Gerichten, eine Café-Bar mit regionalen Produkten, ein Kosmetikgeschäft und ein Laden für Gürtel- und Lederwaren. Eine chirurgische und eine dermatologische Praxis sind bereits ins neu entstanden Ärztehaus eingezogen. Ärzte für Allgemein- und Zahnmedizin sollen laut Stiftung noch folgen. 15 Apartments sind entstanden.

Die Passage habe durch den von der Stiftung finanzierten Umbau deutlich an Qualität gewonnen, sagte Planungsdezernent Josef. Sie trage nicht zuletzt zu einer deutlichen Verbesserung der Nord-Süd-Verbindungen in der Frankfurter City bei.

Die besonderen Natursteinfassaden und die markanten Erkerfenster brächten neue Facetten in das Zeil-Quartier, lobte Stiftungsvorstand Rudolf Herfurth. Dieter Schenk, der Vorsitzende des Stiftungsrates, erinnerte an den Wunsch, mit der Neugestaltung der zuletzt kaum noch genutzten dunklen 50er-Jahre-Liegenschaft das Gedächtnis an die Stifterin stärker in die Öffentlichkeit zu tragen.

Im Ortsbeirat 1 habe große Einigkeit bei der Benennung des Durchgangs in Else-Kröner-Passage geherrscht, berichtete Ortsvorsteher Oliver Strank (SPD). Der Bezug zur Hirsch-Apotheke und zur Stadt sowie ihr großes Engagement für die Wissenschaft, die Medizin und die Menschheit seien Grund genug, die Passage nach ihr zu benennen. „Mit ihrem großzügigen und beherzten Einsatz für das Gemeinwohl ist Else Kröner ein leuchtendes Beispiel für verantwortungsvolles Unternehmertum und ein Vorbild für sehr viele Frauen“, sagte Strank.

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