+
Gedränge bei rund 1500 geladenen Gästen – und FDP-Frontfrau Nicola Beer mittendrin.

IHK-Empfang in Frankfurt

Netzwerken bei Grüner Soße

  • schließen

1500 Gäste diskutieren und amüsieren sich beim Jahresempfang der IHK Frankfurt. Und ganz nebenbei knüpfen sie viele neue Kontakte.

Die IHK Frankfurt lädt zum Empfang und die Gesellschaft aus Stadt und Land stellt sich ein. Herein in den frisch renovierten Bau am Börsenplatz. Eine Frau schlüpft schnell noch in die hochhackigen Schuhe, bevor sie über den roten Teppich schreitet. Wobei der bei der IHK blau ist. Rot sind nur die Scheinwerfer, die die schmückenden Bäumchen anstrahlen. An denen schnuppert ein Spürhund der Polizei. Auch Männer mit Knopf im Ohr passen auf.

Der IHK-Empfang bedeutet für die Spitze des Hauses zunächst einmal: Hände schütteln. IHK-Präsident Mathias Müller und Hauptgeschäftsführer Matthias Gräßle werden nicht müde, sagen rund 1500 geladenen Gästen persönlich Hallo.

Auch wenn „Rosa gebratenes Roastbeef in Kräutermantel an Barolo-Jus mit Rosmarinkartöffelchen“ auf der Speisekarte steht – zum Essen komme er beim Empfang fast nicht, sagt Thomas Feda, der Chef der Tourismus- und Congress-Gesellschaft. In seiner Tasche steckt ein Minzbonbon: „Man redet sich hier den Mund fusselig.“

Überhaupt, Netzwerken. Aus diesem Grund, aber nicht nur, ist auch Stephan Siegler (CDU) gekommen. „Interessante Gesprächspartner treffen und was Leckeres zu essen. Das ist der Fahrplan eines IHK-Empfangs“, weiß der Frankfurter Stadtverordnetenvorsteher. Die Mitglieder seiner Fraktion eilen derweil auch zum Börsenplatz, direkt vom Ortstermin im Ostend.

Wo die Wirtschaft weilt, ist die SPD nicht weit. „Wir haben unsere Fraktionssitzung extra früh beendet, um pünktlich hier zu sein“, sagt Gregor Amann (SPD), mit weiteren Fraktionsmitgliedern im Schlepptau.

Fraport-Chef Stefan Schulte muss in dieser Runde keine Kritik am Flughafen-Ausbau fürchten. Sein Vorgänger Wilhelm Bender auch nicht. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Eintracht Frankfurt wird von den Journalisten ohnehin nur zur Fußballsaison befragt. Wer neuer Trainer wird, verrät er nicht, sagt lediglich, „Platz 9, mit 43 Punkten: Wer hätte das zum Saisonstart gedacht?“

Auch der Frankfurter Magistrat ist an diesem Abend gut aufgestellt. Allein fünf hauptamtliche Dezernenten der CDU sind da. Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) freut sich auf die Rede des EU-Kommissars für Digitale Wirtschaft, Günther Oettinger (CDU), der als Hauptredner anreist: „Schließlich betreffen 70 Prozent der Entscheidungen aus Brüssel die deutschen Großstädte.“

Impulse für die Digitalwirtschaft erwartet auch Gerd Simon vom Verein Digital Hub. Damit Deutschland beim Wettbewerb mit den europäischen Nachbarn nicht hinterherhinke.

Mit so viel inhaltlicher Substanz in der Rede rechnet der frühere hessische Ministerpräsident und Ex-Bilfinger-Manager Roland Koch (CDU) nicht. „Für Impulse ist so ein Empfang nicht gedacht“, weiß der erfahrene Mann.

Währenddessen schlüpft die frühere Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) schnell durch eine Seitentür. Auch Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) wird sofort in den Aufzug gelotst.

Mehr Zeit hat Frankfurts Kämmerer Uwe Becker (CDU). „Die IHK steht für Dynamik“, sagt er, bevor er händeschüttelnd in den Saal geht. Der frühere Kämmerer Ernst Gerhardt (CDU) schreitet gemächlicher einher. Wie oft er schon beim IHK-Empfang war? „Zigmal. Ich bin ja schon uralt“, sagt der 94-Jährige. Die menschlichen Begegnungen und die fundierten Vorträge machen für ihn den Abend zum Fest.

Mit Stefan von Wangenheim und Annette Rinn sind auch die Freidemokraten gut vertreten. „Dies ist einer der schönsten Empfänge der Stadt“, sagt Rinn, „hier kommt jeder hin, der zur Stadtgesellschaft gehört“.

Was macht die Literatur hier bei der Wirtschaft? „Wenn man eine GmbH hat, ist man ja Zwangsmitglied in der IHK“, sagt Joachim Unseld, Leiter der Frankfurter Verlagsanstalt. Er freue sich auf eine „großartige Zusammenkunft mit interessanten Menschen“.

Während sich die Gäste zum Aufwärmen mit Weinglas und Häppchen in der Hand im Gebäude verteilen, denkt Maja Wolff voller Vorfreude übers anstehende Buffet nach. „Ich hoffe, es gibt Grüne Sauce“, sagt die Veranstalterin des Grüne-Sauce-Festivals: „Alles andere wäre zu dieser Jahreszeit ein Frevel.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare