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Die Dezernentin für Integration und Bildung, Sylvia Weber (SPD), möchte allen Menschen den Zugang zu den psycho-sozialen Diensten ermöglichen.

Psycho-soziale Dienste in Frankfurt

Nachholbedarf bei Migranten

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Eine Studie zeigt: Die psycho-sozialen Einrichtungen in Frankfurt müssen mehr für Migrantinnen und Migranten tun.

Eine Untersuchung von über 60 psycho-sozialen Einrichtungen hat gezeigt, dass sie für den Zusammenhalt in der Stadt eine enorme Bedeutung haben, andererseits aber zu wenig für Migrantinnen und Migranten tun. Obwohl sich mehr als die Hälfte der Einrichtungen um eine „interkulturelle Öffnung“ bemühe, konstatiert die Studie des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik einen „Nachholbedarf beim Erstkontakt“ – wenn es also darum geht, mit Menschen, die „kaum oder kein Deutsch sprechen“ ins Gespräch zu kommen. Online biete nicht einmal jede fünfte Einrichtung Auskünfte in einer anderen als der deutschen Sprache an, heißt es in einer Pressemitteilung des Dezernats für Integration und Bildung.

Broschüren würden häufig nur auf Deutsch vorliegen, für Dolmetscherinnen und Dolmetscher fehle das Geld. Dies alles führe dazu, dass sich Migrantinnen und Migranten in Notlagen erst gar nicht an die Einrichtungen wenden würden. Komme dennoch ein Kontakt zustande, stehe das Fachpersonal mit seinen Klientinnen und Klienten oft vor Verständigungsproblemen – obwohl die meisten Einrichtungen mindestens eine Person mit Migrationshintergrund beschäftigen würden. Unter den Leitungskräften sei der Anteil laut Studie „noch zu gering“. Als ebenfalls unbefriedigend wird die psychosoziale Versorgung von Geflüchteten geschildert.

 Die vom Amt für multikulturelle Angelegenheiten in Auftrag gegebene Studie attestiert den untersuchten Einrichtungen der freien Träger insgesamt aber einen „unschätzbaren Beitrag für die Gesundheitsversorgung“. Die Einrichtungen würden Halt bei seelischen Krisen, eine Unterkunft oder eine „Erste-Hilfe-Versorgung“ anbieten können. Das Spektrum der freien Träger, die befragt wurden, reicht von der Caritas über die Aids-Hilfe bis zur Deutsch-Iranischen Beratungsstelle für Frauen und Mädchen.

Die Dezernentin für Integration und Bildung, Sylvia Weber (SPD), möchte allen Menschen den Zugang zu den psycho-sozialen Diensten ermöglichen. Das Zusammenspiel zwischen Ämtern, Verbänden und Trägern sollte „weiter intensiviert“ werden, forderte die Dezernentin.

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