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Elmar Fulda mit Musikern.

Musikhochschule in Frankfurt

Musikhochschule plant Neues

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Elmar Fulda, der neue Präsident der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) in Frankfurt, hat mit dem hessischen Kunstminister Boris Rhein (CDU) einiges ausgehandelt.

Der Neue setzt gleich Zeichen. Als Elmar Fulda zum Präsidenten der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) in Frankfurt ernannt wird, spielt zum Auftakt ein Horn-Quartett einen Auszug aus Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“. Und der junge Schauspieler Simon Schwan rezitiert ein Gedicht der polnischen Literaturnobelpreisträgerin Wislawa Szymborska: „Lob der Träume“ beschwört den Mut zur Utopie. Der 53-Jährige nennt die Hochschule, arg beengt an der Eschersheimer Landstraße untergebracht, liebevoll „ein kleines Universum“. Und er habe am Tag seiner Ernennung mal die ganze künstlerische Bandbreite des Hauses demonstrieren wollen. 950 Studierende, 63 Professoren, 350 Lehrbeauftragte: In diese Welt soll jetzt frischer Wind einziehen.

Fulda, bisher Vizepräsident der Hochschule für Musik in Weimar, hat mit seinem Dienstherren, dem hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein (CDU), nämlich eine Reihe von Neuerungen ausgehandelt. Das Tonstudio der Hochschule wird zu einem professionellen Audio- und Videostudio ausgebaut. Ein „Digital Press Room“, also eine neue Online-Plattform, soll entstehen.

Und am Horizont erscheint als Ziel eine Professur für Künstlerische Forschung – es wäre eine der ersten an einer deutschen Universität. Eine Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik in Frankfurt ist geplant, zum Beispiel in einer gemeinsamen Vortragsreihe. Und dann ist da natürlich, was der neue Präsident „eine Jahrhundertchance“ nennt: 2021 soll auf dem alten Campus der Goethe-Universität in Bockenheim mit dem Neubau der Musikhochschule begonnen werden. Und Fulda, dessen Berufung bis zum September 2024 reicht, wird sie vielleicht noch eröffnen dürfen.

Hoffen auf Kulturcampus

Der scheidende hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein (CDU), skizziert an diesem Morgen die neue Hochschule bereits als „integralen Bestandteil des Kulturcampus“ in Bockenheim. Rhein gibt sich wild entschlossen, dieses Projekt zum Erfolg zu führen. Noch vor der Landtagswahl am 28. Oktober möchte der CDU-Politiker die gemeinsame Machbarkeitsstudie von Land Hessen und Stadt Frankfurt für den alten Universitäts-Campus präsentieren.

Dort soll neben der neuen Musikhochschule auch das von der Stadt gewünschte „Zentrum der Künste“ seinen Platz finden. Dazu zählen das Ensemble Modern, die Junge Deutsche Philharmonie, die Dresden Frankfurt Dance Company, die Hessische Theaterakademie und andere Institutionen. Präsident Fulda spricht vom Kulturcampus als „Heimat der darstellenden Kunst“. Und Minister Rhein lobt in den höchsten Tönen das gute Verhältnis zu Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD).

Nur eine Frage bleibt für Rhein offen: ob und wie sich die Stadt finanziell für den Kulturcampus engagieren wird. „Man muss für die Stadt Verständnis haben – viele Prozesse laufen dort in der Kultur“, sagt er sanft.

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