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Könnte der Musikhochschule ausreichend Platz bieten: das frühere Polizeipräsidium.

Stadtentwicklung in Frankfurt

Musikhochschule könnte ins Polizeipräsidium ziehen

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Der ehemalige Frankfurter Planungsdezernent Martin Wenz (SPD) schlägt vor, im alten Polizeipräsidium die Musikhochschule unterzubringen. Doch Investoren pokern heftig um das Gebäude.

In die Debatte um die Zukunft des alten Polizeipräsidiums kommt neue Bewegung. Der frühere Frankfurter Planungsdezernent Martin Wentz (SPD) schlägt vor, im denkmalgeschützten Gebäudeteil an der Friedrich-Ebert-Anlage die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMDK) unterzubringen. Der Umbau des seit 15 Jahren leer stehenden Hauses für die Zwecke der Musikhochschule könne „zügig umgesetzt“ werden, urteilt Wentz, der heute als Projektentwickler arbeitet.

Bisher gilt der alte Campus der Goethe-Universität in Bockenheim als künftiger Standort der Musikhochschule. Das Land Hessen hat angekündigt, für einen Neubau ab dem Jahr 2021 rund 100 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Gegenwärtig wird im hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst an einem Raumprogramm gearbeitet.

Wentz rechnet jedoch in einem Thesenpapier vor, dass auf dem alten Uni-Campus zu wenig Fläche für eine neue Hochschule zur Verfügung stehe. Die HfMDK brauche mindestens ein Grundstück von 10 700 Quadratmeter Fläche, eigentlich sogar 15 000 Quadratmeter. Das vom Land ins Auge gefasste Bauareal an der Stelle des heutigen Juridicums biete maximal 9000 Quadratmeter.

Wentz sagte im Gespräch mit der FR, die nicht denkmalgeschützten Bauten im hinteren Teil des Polizeipräsidiumgeländes könnten abgerissen werden. Hier lasse sich ein großer Konzertsaal für die Musikhochschule schaffen. „Man könnte ohne große Vorarbeiten loslegen“, sagte der frühere Planungsdezernent. Die entstehenden Kosten könnten „nach 2021 aus den Mitteln des dann zur Verfügung stehenden Hochschulprogramms langfristig refinanziert werden“.

Der Vorschlag von Wentz kommt in einer Phase, in der Immobilieninvestoren heftig um das 15 000 Quadratmeter große Grundstück des alten Polizeipräsidiums pokern.

Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) gab am Mittwoch bekannt, dass zehn Bieter für den geplanten Kauf des Areals ausgewählt worden sind. Diese Unternehmen werden jetzt ihre Konzepte der Stadt und dem Land vorstellen. Entstehen soll ein gemischt genutztes neues Stadtquartier mit Wohnen, Büros und Hotel. Dabei ist sozialer Wohnungsbau als Teil der Lösung aus Sicht der Landesregierung „denkbar“, wie Schäfer gestern sagte. Auch ein 145 Meter hohes Hochhaus ist Bestandteil des Konzepts.

Der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef (SPD) hatte bereits zusätzlich eine kulturelle Nutzung vorgeschlagen – das passt zu dem Vorstoß von Wentz, die Musikhochschule unterzubringen.

Wie Minister Schäfer sagte, gebe es „überzeugende städtebauliche Ansätze“ bei den ausgewählten Investoren. Alle Unternehmen berücksichtigten die Vorstellungen der Stadt – deshalb erwartet Schäfer ein „zügiges Vorankommen im Verkaufsprozess“. Früher wollte das Finanzministerium einen Verkaufspreis zwischen 70 und 90 Millionen Euro erzielen, jetzt werden keine Preisvorstellungen mehr genannt. Die Bieter lägen in ihren Offerten „in der Spitze recht nahe beieinander“, verriet der Finanzminister lediglich.

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