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Koch Ragil Wibowo würzt das Museumsuferfest.

2015

Das Museumsuferfest ist eröffnet

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Mit indonesischer Musik und Tanz hat das Museumsuferfest eröffnet. Das Rahmenprogramm ist wieder so ausufernd wie das indonesische Essen scharf ist. Und eines haben Gastland und Festmeile gemeinsam: Sie sind ein „Schmelztiegel der Kulturen“.

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“ – niemand könnte diese alte Binsenweisheit besser verkörpern als Ragil Wibowo. Der lebensfrohe Indonesier steht seit Freitag neben der Bühne seines Heimatlandes auf dem Museumsuferfest und brät und kocht, was das Zeug hält. „Die Mischung aus frischen und getrockneten Gewürzen“, erzählt er kurz vor der Eröffnung des großen Festes am Freitag breit grinsend, die sei das Geheimnis der indonesischen Küche.

Wibowo fungiert während des Museumsuferfests und während der Buchmesse im Rahmen des kulinarischen Festivals „Spice it up“ als eine Art kulinarischer Botschafter seines Landes. In Indonesien ist der 43-Jährige als Fernsehkoch und Gründer der Initiative „Maharasa Indonesia“ bekannt. Die versucht, indonesische Küche aus allen Teilen des weitläufigen Inselstaates bekannt zu machen. In Frankfurt präsentiert Wibowo nun vor allem die traditionelle Street-Food-Küche Indonesiens. Zwei „Kaki Lima“ genannte Küchenwagen aus Holz stehen dafür bereit.

Manch einer kritisiert, dass das Museumsuferfest schon seit Jahren zu durchkommerzialisiert sei und dass es viele Besucher nur auf die Ess- und Trinkstände abgesehen hätten. Wibowo, der von dem Caterer Leon Joskowitz an den Main geholt wurde, zeigt, dass es auch bei den Essensständen des Fests keineswegs un-kulturell zugeht.

Würzig ist aber nicht nur das indonesische Essen – auch das Rahmenprogramm des Museumsuferfests ist wieder so ausufernd, dass einem das Wasser im Munde zusammenlaufen könnte. So oder so ist man wohl nicht schlecht beraten, sich zuvor ein paar Höhepunkte aus der Fülle des Programms herauszupicken.

Denn auch Randständiges findet jenseits der großen Bühnen auf dem Museumsuferfest seinen Platz. Da ist etwa der „Stummspielabend“, der am heutigen Samstag um 19 und um 21 Uhr im Deutschen Filmmuseum am Schaumainkai begangen wird: Im Rahmen der Sonderausstellung „Film und Games“ werden auf der Tastatur eines Synthesizers Games-Klassiker live vertont.

Sonderprogramm fürs Fest

Ungewohntes wird auch im Erlebnismuseum Bibelhaus in der Metzlerstraße 19 geboten, in dem Besucher zu einer „Reise entlang der Seidenstraße und über die See bis nach Indonesien“ eingeladen werden. Am Samstag gibt es um 13 und 17 Uhr und am Sonntag um 15 und 17 Uhr Führungen zu dem Thema, was Indonesien mit der Bibel zu tun hat. „Gewürze entlegenster Gegenden und Inseln finden sich in der Bibel“, heißt es in einer Pressenotiz des Bibelhauses. Die Gewürze seien dabei zumeist „Symbole der Heilkraft und der Liebe“.

Als gut gewürzt könnte man auch die Festeröffnung am Freitagabend auf der Indonesienbühne bezeichnen. Zum kräftigen Knoblauchduft von Wibowos Straßenküche präsentierten mehrere Musiker Appetithappen aus ihrem Repertoire. Und Indonesiens Botschafter Fauzi Bowo freute sich, dass die Besucher das „Land der 17000 Inseln“ an diesem Wochenende mal aus einer neuen Perspektive kennenlernen. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zog schließlich einen Vergleich: Wie Indonesien seien auch Frankfurt und das Museumsuferfest „Schmelztiegel der Kulturen“ – und man fahre ganz wunderbar damit.

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