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Im Historischen Museum wären gut 600 000 Objekte digital aufzubereiten, wie diese Gegenstände aus der Zeitgeschichte.

Museen in Frankfurt

Museen müssen Bestände digitalisieren

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Die Museen der Stadt Frankfurt müssen ihre Bestände über das Internet zugänglich machen. Dazu müssen Millionen von Objekten aufbereitet werden.

Die Museen der Stadt Frankfurt stehen vor der Herausforderung, ihre Bestände über das Internet zugänglich zu machen. „Es geht darum, die nachfolgenden Generationen in die kulturellen Angebote mitzunehmen und den digitalen Wandel mitzugestalten“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) im Hintergrundgespräch mit der Frankfurter Rundschau. „Wir müssen begreifen, dass diese Aufgabe vor uns liegt.“

Im Rahmen der Inventarisierung hätten die 16 städtischen Museen sowie das Stadtarchiv rund 60 Prozent ihrer Objekte ansatzweise digitalisiert, sagte Daniel Grebe, Referent für digitale Medien im Kulturdezernat. Dabei handele es sich meist um kurze Einträge zu den Objekten, ohne vertiefende Informationen oder hochauflösende Bilder. Nur ein geringer Teil der Millionen von Sammlungsobjekten sei derart digitalisiert, dass er sich für die Vermittlungsarbeit nutzen lasse. Als Beispiel für exzellente digitale Aufbereitung der Sammlungsbestände nannte Hartwig das Städelmuseum. Dort würden vertiefende Informationen zu Kunstwerken auf der Website und in der App, in Lernkursen und als Spiel angeboten.

„Der technische Fortschritt führt dazu, dass sich der Gebrauch der Museen verändert“, sagte Hartwig. Hinter dem analogen Raum müsse ein digitaler Raum entstehen. „Dies ist eine Erwartungshaltung, die das Publikum mitbringt.“ Frankfurt müsse auch künftig internationale Standards erfüllen, auch durch die Einführung von freiem WLAN, das es nach und nach in städtischen Museen geben soll. Bereits im Mai hatte Hartwig in der Stadtverordnetenversammlung über die digitale Aufbereitung der Museumsbestände gesprochen. Die Stadtverordneten sprachen sich damals reihum dafür aus. Die im Haushalt 2018 eingeplanten 400 000 Euro wurden aber nicht bereitgestellt – aus Gründen der Haushaltskonsolidierung.

Nun unternimmt Hartwig den zweiten Anlauf: Im Kulturausschuss am heutigen Donnerstag berichtet sie über den Stand der Digitalisierung, unterstützt von Jan Gerchow, dem Direktor des Historischen Museums Frankfurt, und Peter Cachola Schmal, dem Direktor des Deutschen Architekturmuseums.

Im Historischen Museum harren nach Angaben des Kulturdezernats gut 600 000 Objekte der vertieften Digitalisierung, im Architekturmuseum sind es rund 300 000, im Archäologischen Museum gut 345 000. Hinzu kämen rund 30 Regalkilometer Akten, die im Institut für Stadtgeschichte, dem Archiv der Stadt, für die Nachwelt aufbewahrt werden. Hier stellt sich die Digitalisierung als Mammutaufgabe dar, die mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen wird.

„Die Museen wollen die Digitalisierung“, sagte Hartwig. Dies habe sich bei Treffen der Museumsdirektoren im Arbeitskreis Digitalisierung, angesiedelt im Kulturdezernat, gezeigt. Bis Mitte kommenden Jahres will der Arbeitskreis ein Konzept entwickelt, wie die Digitalisierung gestaltet werden soll, und welche Ressourcen an Personal und Hardware nötig seien. Über Hochleistungsscanner, Buch- und 3-D-Scanner verfügten die Museen bislang nicht.

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