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Beim Familientag zur Mobilitätswoche lassen die Kinder Wasserraketenautos starten.

Traffiq

Mobil am Alten Flugplatz

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Die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq informiert mit einem großen Fest zum Thema Fortbewegung. Leitmotiv ist der Mix der Mobilitätsangebote.

Das Kettcar steuert Peter Möhring nur mit der linken Hand durch einen Slalom-Parcours. In der rechten hält er ein Handy, auf das er während der Fahrt immer wieder schaut. Einige Pylonen fallen dabei um.

Zum Auftakt der „Europäischen Mobilitätswoche, hat die städtische Nahverkehrsgesellschaft Traffiq am Sonntag an den Alten Flugplatz Bonames/Kalbach eingeladen, um dort über Fortbewegung im Rhein-Main-Gebiet zu informieren. Zahlreiche Besucher sind mit dem Fahrrad angereist, die sie auf der Wiese und rund um den ehemaligen Militärflugplatz, nahe des Niddaufers, abgestellt haben.

Kinder fahren mit Rollern, Longboards und Inline-Skates über die Asphaltpiste der ausgedienten Landebahn. Daneben picknicken Familien auf den Grasflächen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC), die Verkehrswacht sowie Carsharing-Anbieter sind mit Ständen vertreten. Die Bahn stellt den Ausbau der S-Bahnstrecke 6 sowie das Projekt der „Nordmainischen S-Bahn“ zwischen Frankfurt, Maintal und Hanau vor.

Kettcars für Kleine und Große hat die „Verkehrserziehung und -aufklärung“ der Polizei mitgebracht. Nach seiner Fahrt durch die Pylonen gibt Peter Möhring einer Polizistin das geliehene Handy zurück. Sie sagt: „Es gibt eine Berechnung, in der bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern der Blick auf’s Handy 15 Meter Blindflug bedeutet“. „Das könne im Zweifelsfall der Weg über den nächsten Zebrastreifen sein, wo jemand gerade drüber läuft“, sagt Möhring schuldbewusst. Ein Mann ruft von der Seite: „Handy am Steuer gibt einen Punkt und 60 Euro.“ Die Polizistin korrigiert: „100 Euro“. Als „schöne Trockenübung“ bezeichnet Möhring diese Demonstration.

Der 40-Jährige ist mit seinen beiden Söhnen Malik und Reza aus Höchst per S-Bahn zum Alten Flugplatz gekommen. Die rund 20 Kilometer seien sie auch schon mal geradelt. Heute wollten sie sich die Kraft für die Aktionen auf dem Gelände sparen.

Malik und Reza haben sich schon beim „Zorbing“ ausgetobt und sind in den transparenten, überdimensionierten Wasserbällen, in die sie in der Mitte einsteigen konnten, über das Gras gerollt. Am liebsten würden sie aber Rad fahren. Zur Schule laufen der Acht- und der Sechsjährige gemeinsam rund eine dreiviertel Stunde. Der Vater fahre mit der Bahn zur Arbeitsstelle in die Stadt, die Mutter mit dem Auto zu ihrem Arbeitsplatz.

Das Motto der diesjährigen Mobilitätswoche, an der sich europaweit 2000 Städte und Gemeinden beteiligen, lautet: „Mix und Move“, was so viel wie „Gemischt bewegen“ bedeutet. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sagt: „Wir sind nicht nur zu Fuß, sondern auch mit dem Bus oder dem Auto unterwegs.“ Und weiter: „Unsere Mobilität ist so vielfältig wie unser Leben in einem dynamischen Frankfurt am Main.“ Die Stadt arbeite daran „passende Angebote zur Mobilität“ zu machen.

An der Mobilität eines „Raketenwagens“ aus Papier basteln viele Eltern und Kinder gemeinsam. Die Bastelbögen dazu hat der Verein Umweltlernen zur Verfügung gestellt. Rund eine Stunde schneiden, kleben und tackern sie an ihrem Gefährt herum, ehe es auf einen abgesteckten Platz der Landebahn gebracht, und mit Hilfe von Wasser und Luft durch eine Standluftpumpe in Bewegung versetzt wird. Mit einem lauten Zischen fegen die Papier-Autos einige Meter über die Landebahn, ehe ihnen die Luft ausgeht.

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