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In diese Lücke wird er gebaut, der Winx-Tower: Blick auf das MainTor-Quartier heute.

Maintor-Viertel

Milliardärin kauft Winx-Tower

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Der Bau des 110 Meter hohen Winx-Towers bedeutet nach zehn Jahren den Abschluss des neuen Maintor-Viertels. Bei der Grundsteinlegung auf dem alten Degussa-Gelände schwärmen die Verantwortlichen von der Zukunft des Viertels und des neuen Turms. 2018 soll er fertig sein.

Bei etlichen der 400 Gäste gehen die Erinnerungen zurück bei diesem Abendempfang unter hastig treibenden grauen Wolken. Auch bei Ulrich Höller, dem superagilen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Immobilien Chancen (DIC). Zehn Jahre sind vergangen, seit das alte Degussa-Gelände im Herzen Frankfurts in die Hände der DIC wechselte: Unter dem Titel „MainTor“ wuchs seither ein neues Quartier mit Büros und Wohnungen – mit einer Gesamtinvestition von 800 Millionen Euro. Am Dienstagabend nun wird der Grundstein gelegt für das abschließende zentrale Büro-Hochhaus: den 110 Meter hohen Winx-Tower.

Und Höller blickt voraus: „Die Frankfurter werden sich bald in ihrem Stadtzentrum wieder frei bewegen, so wie sie es früher gewohnt waren.“ Jahrzehnte standen die Bürgerinnen und Bürger nach dem Zweiten Weltkrieg vor den Toren der Degussa, die das Viertel zwischen Main und Weißfrauenstraße als Privatbesitz verrammelt hatte.

Von Sommer 2018 an werden die Menschen jetzt auf mehreren Wegen das „Maintor“-Quartier durchqueren können Richtung Fluss und wieder zurück. Werden an einer zentralen Plaza sitzen können, draußen vor einem Restaurant im Sockel des Winx. Höller zitiert den französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry: „Die Zukunft nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“

Klatten kauft Turm

Natürlich sind es wirtschaftliche Interessen, die hier im Zentrum Frankfurts die Stadtentwicklung vorantreiben. Eine kleine, zierliche Frau wird auf die Bühne gebeten: die Milliardärin Susanne Klatten. Das Interview eines Moderators mit der 53-Jährigen vor Publikum ist außergewöhnlich, lebt sie doch recht zurückgezogen. Doch die Tochter des Industriellen Herbert Quandt hat den Winx-Tower gekauft, vom Entwurfspapier weg, für 350 Millionen Euro. Das ist eine Zahl, die niemand offiziell bestätigt, aber jeder hinter vorgehaltener Hand nennt.

„Eine solche Investition war für mich neu“, sagt die Unternehmerin, die sehr bescheiden und zurückhaltend auftritt. Doch „die Eleganz und die Leichtigkeit“ des Hochhauses hätten sie überzeugt. In den Grundstein legt sie einen kleinen silbernen Anker, als Erinnerung an die Handelsschiffe, die früher Waren nach Frankfurt brachten und an die Degussa, die Deutsche Gold- und Silberscheideanstalt.

Zum Jahreswechsel 2017/2018 soll der Winx-Tower nach dem Entwurf des Frankfurter Architekten Jürgen Engel vollendet sein. „Das Viertel wird ein bedeutender Teil unserer Innenstadt sein“, sagt OB Peter Feldmann (SPD) und niemand widerspricht.

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