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Aussicht auf mehr Geld hat das Antagon-Theater mit seiner Sommerwerft am Main.

Frankfurt

Mehr Geld für freie Theater

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Spielstätten, Ensembles und Choreografen sollen ab 2018 rund 3,6 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Das sichert die Existenz von Sommerwerft und Stoffel.

Der verregnete Sommer hatte den Machern von Sommerwerft und Stoffel die Bilanz vermiest. Das Stoffel im Günthersburgpark büßte Einnahmen ein, weil an Regentagen weniger Besucher kamen. Weil ein Anwohner zu klagen drohte, mussten Leiter Michael Herl und sein Team teilweise auf lautes Bühnenprogramm verzichten. Die magere Bilanz belastete auch das Stalburg-Theater, das von den Einnahmen des Festivals lebt.

Fast schien es so, als ob das Ende drohe - auch für die Sommerwerft an der Weseler Werft. Nun will die Stadt den Kulturveranstaltungen finanziell stärker unter die Arme greifen. Der Magistrat hat die neue Vorlage zur Förderung der freien Theaterszene beschlossen. Sie sieht unter anderem mehr Mittel für das Stalburg-Theater vor - und für das Antagon-Theater, das die Sommerwerft organisiert. Der Zuschuss für das Stalburg-Theater soll von 50 000 auf 120 000 Euro pro Jahr steigen. Die Förderung für „Antagon Theater-Aktion“ soll sich von 55 000 auf 110 000 Euro pro Jahr verdoppeln. Die Stadtverordneten müssen noch zustimmen.

Doch angesichts der Haushaltslage könnte es zu Diskussionen kommen. Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) hat die Dezernate für den Haushalt 2018 zum Sparen aufgefordert. Er hatte angekündigt, die städtischen Zuschüsse blieben in diesem Jahr bestehen. Aussagen über die nächsten Jahre hatte er nicht gemacht. „Wir wollen die Qualität und Vielfalt der darstellenden Kunst in Frankfurt bis in die Stadtteile hinein sichern und weiter entwickeln“, teilte indes Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) mit. Sie kündigte an, die Vorlage in dieser Form, ungekürzt, zur Abstimmung im Kulturausschuss einzubringen.

Insgesamt 36 Ensembles, Spielstätten, Choreografen und Regisseure sollen ab 2018 insgesamt 3,6 Millionen Euro pro Jahr erhalten. Die Förderung läuft über zwei oder vier Jahre und soll im Januar beginnen. Beantragt hatten die Kunstschaffenden sogar 4,5 Millionen Euro pro Jahr. Allerdings hat der Theaterbeirat, ein Expertengremium, die Summe auf 3,6 Millionen Euro gekürzt. Nur in wenigen Fällen wich der Magistrat von den Vorschlägen des Beirats ab.

Die höchste Förderung (540 000 Euro) erhält das Freie Theaterhaus, das die Spielstätte in der Schützenstraße 12 betreibt und Produktionen für Kinder- und Jugendtheater finanziert. Das Frankfurt Lab, das Gallus Theater, das Theater Willy Praml in der Naxoshalle mit Studio Naxos sowie die Landungsbrücken erhalten deutlich mehr Geld. Insgesamt nimmt die Stadt sechs Theater neu in die Förderung auf. Neben etablierten Häusern unterstützt die Stadt avantgardistische Gruppen wie das Choreografen-Kollektiv Mamaza, Kötter/Seidler, das Ravvina-Veit-Kollektiv und die feministische Theatergruppe Swoosh Lieu. Jan Philipp Stange, Absolvent der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, bekommt gleich zum Beginn seiner Laufbahn eine Förderung von 50 000 Euro pro Jahr.

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