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Bislang ist die Entfernung des potentiellen Neubaugebiets zum Industriepark zu gering.

Sindlingen

Mehr Abstand zur Industrie

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CDU, SPD und Grünen im Römer wollen die Planung für das Gebiet südlich der Ferdinand-Hofmann-Siedlung überarbeiten.Dabei geht es um den Abstand zwischen dem Industriepark Höchst und dem Neubaugebiet.

Frankfurt wächst täglich. Flächen aber, auf denen Wohngebiete entstehen könnten, sind rar. Die Regierungsfraktionen im Römer aus CDU, SPD und Grünen bringen nun wieder das Gebiet südlich der Ferdinand-Hofmann-Siedlung in Sindlingen ins Gespräch. In einem gemeinsamen Antrag fordern sie, die Planungsgrundlagen des Bebauungsplans von 2014 anzupassen und für eine attraktive Stadtteilentwicklung zu nutzen.

Im bisherigen Aufstellungsbeschluss gebe es Punkte, die dringend einer Überarbeitung bedürften, sagt Sieghard Pawlik von den Sozialdemokraten, der den Antrag mit ausgearbeitet hat. So betrifft der Hauptpunkt die Erweiterung des Abstandes zwischen dem Industriepark Höchst und dem potenziellen Neubaugebiet. Im bisherigen Bebauungsplan läge der bei 100 Metern, sagt Pawlik. Das aber sei nicht vereinbar mit der Seveso-Richtlinie, die einen Abstand von 500 Metern vorschreibt, der nun im Antrag gefordert wird. Das Gebiet würde sich dann ungefähr bis zur jetzigen Straße zur Internationalen Schule erstrecken.

Hielte man sich an die 500 Meter Abstand, müssten auch die Bezirkssport- und Tennisanlagen sowie der Kleingartenverein nicht für 10 Millionen Euro umgesiedelt werden, wie es der bisherige Plan vorsieht. „Wir setzen uns für einen Verbleib der Anlagen am bisherigen Standort ein“, sagt Pawlik.

In Sindlingen, so formuliert es Pawlik, wolle man mit dem Wohngebiet ein Stück Stadt bauen. Bis zu 2000 Wohneinheiten könnten entstehen, je nach Größe der einzelnen Wohnungen, von denen 30 Prozent als geförderter Wohnraum ausgewiesen werden sollen. „Wir sind in Sindlingen ernsthaft auf dem Weg zu einer sozialen Wohnungspolitik.“

Aufwertung der gesamten Infrastruktur

In den Regierungsfraktionen wünscht man sich eine heterogene Bevölkerung in dem neuen Wohngebiet, unter anderem auch mit Blick auf Kindergärten und deren Überlastung.

In diesem Zusammenhang sieht der Antrag eine Aufwertung der gesamten Infrastruktur vor. „Wir brauchen mehr Einkaufsmöglichkeiten“, sagt Pawlik. Ebenso soll die Stadtteilerweiterung eine neue, eigene Verkehrsanbindung an das überörtliche Verkehrsnetz erhalten und somit für Entlastung in Sindlingen sorgen. Die Querung der Eisenbahnstrecke nach Wiesbaden soll durch eine Unterführung erfolgen. „An die neue Straße kann die Internationale Schule angebunden werden“, sagt Pawlik.

Das Stadtparlament werde sich wohl frühstens im November mit dem Antrag beschäftigen, so Pawlik. Er rechne aber mit einer breiten Mehrheit. Widerstand aus der Bevölkerung sei zu erwarten, allerdings setze er auf Dialog. Vermutlich ab Oktober wolle er zu Bürgergesprächen einladen, die sodann regelmäßig stattfinden und die Möglichkeit bieten sollen, Probleme anzusprechen oder Anregungen mitzuteilen.

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