Die Mehrheit der Frankfurter will, dass der Turm wieder so aussieht.
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Die Mehrheit der Frankfurter will, dass der Turm wieder so aussieht.

Goetheturm in Frankfurt

Linke fordert barrierefreien Goetheturm

  • Georg Leppert
    vonGeorg Leppert
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Die Koalition im Römer legt einen Antrag zum Wiederaufbau des Goetheturms vor. An zwei Stellen bleiben die Politiker aber vage.

Können auch Rollstuhlfahrer auf den neuen Goetheturm? Und wie lassen sich Menschen, die Suizid begehen wollen, davon abhalten, von dem Turm zu springen? Über diese beiden Fragen dürfte es in der kommenden Plenarsitzung der Stadtverordneten am 13. Dezember Debatten geben.

Dass der ursprünglich 43 Meter hohe Goetheturm wiederaufgebaut wird, stand bereits am Morgen nach dem verheerenden Brand am 12. Oktober fest. Sämtliche Politiker machten vor Ort entsprechende Zusagen. Und auch die Frage, ob der neue Turm wieder aus Holz sein soll, war schnell geklärt. In einer von Baudezernent Jan Schneider (CDU) initiierten Internet-Umfrage sprach sich die große Mehrheit dafür aus, dass der neue Turm wie der alte aussehen soll.

Nun hat die Römer-Koalition aus CDU, SPD und Grünen einen Antrag vorgelegt, in dem sie den Wiederaufbau des Bauwerks fordert. Dass die Vorlage mit großer Mehrheit angenommen wird, gilt als sicher. Allerdings bleibt das Papier an zwei Stellen sehr vage.

So heißt es in dem Antrag zumindest indirekt, dass es Menschen, die sich umbringen wollen, möglichst schwer gemacht werden soll, von dem Bauwerk zu springen. Zugleich soll der Magistrat prüfen, „ob und wie Barrierefreiheit hergestellt werden könnte“.

Schon kurz nachdem der Antrag der Koalition veröffentlicht wurde, gab es zu beiden Punkten Diskussionen. Der Ortsbeirat 5 (Niederrad, Oberrad, Sachenhausen) weist darauf hin, dass seit der Sanierung des Turms vor vier Jahren ein Netz die Aussichtsplattform umgeben habe. Dafür müsse bei der Planung des neuen Goetheturms eine Alternative gefunden werden, forderte das Stadtteilgremium auf Antrag von CDU, SPD und Grünen. Eine „freie Rundumsicht für Besucherinnen und Besucher“ soll gewährleistet werden.

Derweil dringt die Linke im Römer darauf, den Turm in jedem Fall barrierefrei zu gestalten. „Inklusion bedeutet nicht, dass die Sicherstellung einer Teilhabe aller Menschen eine gegebenenfalls verzichtbare Option ist und unter Finanzierungsvorbehalt steht“, heißt es in dem Antrag. Auch Baudezernent Schneider hatte am Morgen nach dem Brand öffentlich gefragt, ob es zeitgemäß sei, einen Turm so wiederaufzubauen, dass Rollstuhlfahrer nicht hinauf können.

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