+
In Frankfurt werden auf unterschiedliche Weise Schulen gebaut: etwa mit Holzmodulen wie das Gymnasium Nord.

Schulbaumesse

Lernlandschaften im Trend

  • schließen

Die erste Frankfurter Schulbaumesse findet am Mittwoch und Donnerstag statt. Sie soll in der Stadt Impulse für die Schule der Zukunft setzen.

Allein schon die Tatsache, dass es die Veranstaltung überhaupt gibt, zeigt: Frankfurt steht vor großen Herausforderungen beim Schulbau. Ansonsten wäre eine Messe mit dem Namen „Schulbau – Internationaler Salon und Messe für den Bildungsbau“ schließlich vollkommen unnötig. Aber Frankfurt muss schnell 18 Schulen bauen, 13 erweitern und zahlreiche sanieren. „Da ist es sinnvoll, auf dem neusten Stand der Entwicklungen zu sein“, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Montag. Die Schulbaumesse am Mittwoch und Donnerstag gebe gute Einblicke in konzeptionelle und technologische Entwicklungen.

60 Aussteller werden an den beiden Tagen in der Jahrhunderthalle Baumaterialien und technische Neuheiten präsentieren. Es geht um Bodenbeläge, Spielgeräte auf dem Schulhof, Fassadentechnik – und um noch viel mehr. „Die Messe ist auf den Informationsaustausch ausgelegt“, sagte Martin Jung, Geschäftsführer vom Messeveranstalter Cubus-Medien-Verlag. Austausch zwischen Architekten und Schulleitern, zwischen Elternvertretern, Behördenmitarbeitern, verschiedenen Institutionen. Es gibt Vorträge, Workshops, Diskussionsrunden. Denn „der Bildungsbau der Zukunft muss anders aussehen“, sagte Weber. „Der Wandel in der Pädagogik muss sich auch in der Architektur niederschlagen.“

Traditionelle Flurschulen gehören der Vergangenheit an. In der modernen Schule erarbeiteten sich die Schüler selbst ihr Wissen. Allein, in Teams, in großen Gruppen. „Die Trends im Schulbau sind Lernlandschaften, Anforderungen durch die Digitalisierung, Öffnung zum Quartier, Vitalisierung von Flurschulen“, sagte Jung. „Das treibt alle Städte um.“ Er ist mit der Schulbaumesse zwar das erste Mal in Frankfurt, aber es gab sie schon etwa in Hamburg, Berlin und Köln. In Städten, die vor ähnlichen Herausforderungen wie Frankfurt stehen. In Köln müssen 40 Schulen zügig gebaut werden.

Zügig wurde etwa in Frankfurt das Gymnasium Nord in modularer Bauweise hochgezogen, die Franz-Böhm-Schule dagegen aus Fertigbetonteilen errichtet. Das präsentiert die Stadt auch auf der Messe. „Es gibt viele unterschiedliche Wege im Schulbau“, sagte Baudezernent Jan Schneider (CDU). Oft gibt es beim Bauen allerdings ein Problem: Es ist nicht genügend Platz da. „Flächenschonendes Bauen ist ein großes Thema“, sagte Weber. Schulhöfe könnte öffentlich genutzt, über dem Schulgebäude gewohnt werden. „Über Hybridgebäude nachzudenken, hätte vor fünf Jahren noch Entrüstung ausgelöst“, sagte Schneider. Doch sie hätten selbst in Gebieten Sinn, in denen eine Schule einfach Platz finden würde. „Damit kann dem Wohnraumbedarf Rechnung getragen werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare