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Die Franfurt School of Finance & Management am Alleenring.

Campusmeile in Frankfurt

Lernen und feiern am Alleenring

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Die Pläne für die Campusmeile in Frankfurt werden langsam konkreter. Die Uni-Präsidentin fordert einen besseren U-Bahn-Anschluss.

Noch ist die Campusmeile nicht viel mehr als eine Vision, die Idee, die vier Bildungs- und Forschungseinrichtungen am Alleenring so zu verbinden, dass ein „Boulevard der Wissenschaft“ entsteht. Doch die Stadt und die Vertreter der drei Hochschulen und der Nationalbibliothek haben, spätestens seit das Ergebnis eines großen studentischen Ideenwettbewerbs vorliegt, langsam konkretere Vorstellungen für die Zukunft des Areals.

Das Planungsdezernat hält es, wie Referent Marcus Gwechenberger am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion in der Nationalbibliothek sagte, unter anderem für nötig, Orte zu schaffen, die die Einrichtungen gemeinsam nutzen können, „wo sich alles trifft“. Platz gebe es auf einem bisher mit einer Tankstelle bebauten städtischen Grundstück an der Kreuzung der Adickesallee/Nibelungenallee mit der Eckenheimer Landstraße. Das Areal ist eine Erweiterungsfläche für die Bibliothek, könnte nach Ansicht Gwechenbergers aber für weitere gemeinsame Nutzungen infrage kommen. Prüfen werde die Stadt zudem, ob sich die Zahl der Fahrspuren auf der einst nach dem Ideal der autogerechten Stadt gestalteten Allee reduzieren lasse. Auch für das von Moderator Peter Cachola Schmal, dem Leiter des Deutschen Architekturmuseums, ins Spiel gebrachte Campusmeilen-Festival konnte sich Gwechenberger erwärmen.

Ein Highlight der Campusmeile werde die geplante neue Bibliothek im Norden des Campus Westend, sagte die Präsidentin der Goethe-Universität, Birgitta Wolff. Sie hielt es für möglich, dass das vorgesehene Areal bis 2025 frei ist und die neue Zentralbibliothek 2030 fertig wird. Schon jetzt müsse man deshalb beginnen, den Norden des Campus an das U-Bahn-Netz anzubinden. Noch prüft die Stadt mehrere Varianten für eine Verlängerung der U 4 von der Bockenheimer Warte bis Ginnheim.

Große Pläne hat auch die Fachhochschule, die inzwischen als Frankfurt University of Applied Sciences auftritt. Weil die Einrichtung mit mehr als 15 000 Studierenden Platz braucht – gut 20 000 Quadratmeter Fläche fehlen, will sie das Areal am Alleenring neu bebauen. Entstehen sollen, wie Präsident Frank Dievernich sagte, zwei Hochhäuser von je etwa 60 Metern Höhe. Diese könnten einmal das östliche Entree der Campusmeile bilden.

Der Präsident der Frankfurt School of Finance & Management, Nils Stieglitz, regte an, bei der Bebauung der Flächen am Alleenring auch die Wohnraumfrage mitzudenken. Die Hochschule habe etwa vor, das eigene Wohnheim mit 250 Plätzen weiterzuentwickeln. Die Direktorin der Deutschen Nationalbibliothek, Ute Schwens, nannte es wichtig, nicht erst in 20 Jahren, sondern schon in fünf Jahren oder früher die ersten Vorhaben zur Ausgestaltung der Campusmeile umzusetzen. Michael Koch, Professor an der Hamburger Hafencity-Universität und Juryvorsitzender des Ideenwettbewerbs, schlug dafür etwa temporäre Nutzungen frei werdender Gebäude vor. Die Campusmeile müsse rasch durch Aktivitäten sichtbar werden, sagte er.

Mehr Tempo wünscht sich auch die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Bettina Wiesmann (CDU). Jetzt müsse geplant werden, sagte sie und regte unter anderem einen internationalen Planungs- und Architektenwettbewerb zur Gestaltung des öffentlichen Raums an. Sie riet zudem, die Campusmeile in „XXL“ zu denken, bis zum Kulturcampus.

Aus dem Publikum forderte Rüdiger Koch, Fraktionschef der SPD im Ortsbeirat 3, dass das Stadtteilgremium künftig in die Planungen einbezogen wird.

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