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Schüler sitzen an einem Computer-Arbeitsplatz.

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Lehrer gegen offenes WLAN

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Die Gewerkschaft GEW lehnt ein Netz ohne Jugendschutz ab.

Die Lehrer-Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Frankfurt (GEW) fordert, dass an keiner Schule offenes WLAN eingerichtet werden soll. „Schulen sind Orte, an denen Schülerinnen und Schüler geschützt lernen und sich entwickeln sollen“, schreibt die GEW in einer Mitteilung. „Ein frei verfügbarer, unkontrollierter Internetzugang ohne Jugendschutz widerspricht diesem Grundsatz fundamental.“

Jüngst hat sich die Römer-Koalition aus CDU, SPD und Grünen nach monatelangem Streit auf einen Kompromiss bei der Ausstattung der Schulen mit WLAN geeinigt. In einem Modellversuch mit 29 Schulen soll es drei Varianten dafür geben: drahtloses Internet mit eigenem Account für jeden Schüler und Zugriff aufs Pädagogische Netz mit Jugend- und Datenschutz; freies WLAN übers städtische Netz ohne Passwort und Schutz; Zugang über einen privaten Anbieter. Während Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) das System mit Daten- und Jugendschutz vorzog, kritisierte die CDU es als zu teuer und aufwendig und bestand auf den beiden offenen Varianten.

Für die GEW schafft die Berücksichtigung der Wünsche der CDU neue Probleme. Die Lehrer fragen sich, was eigentlich geschieht, wenn über das offene drahtlose Netz illegale Inhalte geladen werden. „Und wer überprüft eine sachgemäße Nutzung des offenen WLANs? Lehrer, Schulleitung, niemand?“ Als besonders problematisch sieht die GEW auch an, dass sich „über ein offenes WLAN Dritte sehr einfach Zugang zu den verbundenen Endgeräten von Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und Schule verschaffen können“.

Aus diesen Gründen lehnt die Gewerkschaft ein offenes WLAN für Schulen ab. Zwar sollten die Schulen schnell mobiles Internet erhalten, im Vordergrund sollte aber die bestmögliche Unterstützung der pädagogischen Arbeit stehen. „Dafür braucht es keine Experimente mit Sparmodellen und Privatisierungsideen.“

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