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Eine LED-Straßenlampe in Flörsheim.

LED in Frankfurt

LED-Leuchten als Ausnahme

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Frankfurts Verkehrsdezernent Oesterling ist bei der Umstellung der Straßenlaternen auf LED deutlich skeptischer als die Landesregierung.

Die hessische Landesregierung ist begeistert davon, dass immer mehr Kommunen ihre Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten umstellen. Damit würden Energie und Kosten gespart, sagt Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne). Die Frankfurter Stadtregierung teilt diese Begeisterung nicht.

Die Erfahrungen zeigten, „dass die Angaben der Hersteller hinsichtlich Lichtstrom und Lebensdauer häufig nicht eingehalten werden und einzelne Komponenten der Leuchten vorzeitig ersetzt und ausgetauscht werden müssen“, sagte der Sprecher von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling, Stefan Lüdecke, der Frankfurter Rundschau. „Komponenten von konventionellen Leuchten hingegen sind meist ebenso langlebig, jedoch ist deren Ersatz erheblich günstiger.“

Im Ergebnis sei LED-Beleuchtung nicht immer die „wirtschaftlichste Lösung“, wenn man Investition, Energieverbrauch und Wartung beachte, sagte Lüdecke. Eine grundsätzliche Festlegung auf LED-Leuchten sei „aus Sicht der zuständigen Fachstellen der Stadt Frankfurt am Main nicht sinnvoll“.

Das hörte sich bei Al-Wazir und Kommunalpolitikern, die ihn bei seiner Pressekonferenz unterstützten, vor wenigen Tagen ganz anders an. Nach Angaben des Ministers halten LED-Leuchten rund 20 Jahre lang, konventionelle Leuchten nur vier bis fünf Jahre. „Diese Investition hat sich nach fünf bis sechs Jahren amortisiert“, sagte der Erste Beigeordnete von Heidenrod, Wilfried Herborn (SPD).

Negative Auswirkungen auf das Stadtbild?

Zurückhaltend zeigte sich Frankfurt auch in Hinblick auf die Auswirkungen der Beleuchtung auf das Stadtbild. Der Einsatz der angebotenen Leuchtentypen werde „auch aus gestalterischer Sicht geprüft und bewertet“, heißt es im Verkehrsdezernat. Bei Al-Wazirs Pressetermin hatten Vertreter aus Gießen, Heidenrod und Idstein hingegen über positive Rückmeldungen der Bürger auf die LED-Lampen berichtet.

Auch Frankfurt lehnt LED-Leuchten keineswegs ab. Etwa 2200 Straßenlaternen werden nach Angaben des Verkehrsdezernats mit der energiesparenden Technik betrieben. Das ist allerdings nur ein kleiner Teil der 75 000 öffentlichen Straßen-, Wege- und Illuminationsleuchten. Selbst die Zahl der veralteten Gaslaternen ist deutlich größer: Noch etwa 4900 sind in Betrieb.

Anders als Offenbach und andere Städte greift Frankfurt nicht auf Fördertöpfe von Bund und Land zur Umstellung auf LED zurück. Diese hatten Millionensummen bereitgestellt, um den Wechsel zu beschleunigen.

Frankfurts Verzicht hat nach Angaben des Verkehrsdezernats aber nichts mit Skepsis gegenüber dieser Technik zu tun, sondern mit den Förderbedingungen. In ihrer Energiebilanz seien die Leuchten in Frankfurt schon so gut, dass „die in den Förderrichtlinien vorgegebenen Einsparpotenziale ohne Qualitätsverlust bei der Beleuchtungsanlage nicht möglich“ seien, befindet das Verkehrsdezernat.

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