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Große Pläne: der Telekom-Komplex am Danziger Platz, von der Henschelstraße aus gesehen.

Wohnungsbau in Frankfurt

Leben am Danziger Platz

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Mehr als 400 Wohnungen, Büros und Läden sollen auf dem Telekom-Gelände am Ostbahnhof entstehen. Die Berliner CG-Gruppe hat das Areal jüngst gekauft. Mit dem Projekt setzt sich der rasante Wandel des Ostends fort.

Die Berliner CG-Gruppe hat den riesigen Telekom-Komplex in Nähe des Ostbahnhofs gekauft, um auf 35 000 Quadratmeter Gesamtfläche Wohnraum, Büros und Geschäfte zu errichten. Mehr als 400 Wohnungen könnten dem Vernehmen nach auf dem Gelände zwischen Danziger Platz, Henschelstraße und Ostparkstraße Platz finden. Sie dürften vermietet werden. 250 Autostellplätze sind geplant. „Wir wollen einen Ort schaffen, der ein attraktives Wohnumfeld mit einer modernen Arbeitswelt verbindet“, sagte CG-Vorstand Jürgen Kutz am Freitag.

Die Aktiengesellschaft plant nach eigenen Angaben, rund 200 Millionen Euro in das Bauvorhaben zu investieren. Den Kauf des Grundstücks hat sie durch die Platzierung einer Anleihe in Höhe von 64 Millionen Euro finanziert. Der Komplex ist noch drei Jahre vermietet. Er soll unter Einbeziehung bereits bestehender Gebäude in mehreren Bauabschnitten entwickelt werden. Losgehen könnte das im Jahr 2019. Die Fertigstellung ist bis 2022 geplant.

Die CG-Gruppe ist auf die Umwandlung von Büro- in Wohnraum spezialisiert. In Frankfurt etwa will sie bis 2019 auf dem Gelände der früheren Oberpostdirektion im Frankfurter Westend durch Umbau und Neubau rund 450 Wohnungen schaffen.

Im Planungsdezernat ging man am Freitag auf Anfrage der FR davon aus, dass für das Areal neues Planungsrecht geschaffen, sprich ein Bebauungsplan erstellt werden sollte. In diesem Fall hätte die Stadt die Chance, den Investor über einen städtebaulichen Vertrag zum Bau von gefördertem Wohnraum zu verpflichten. Ziel sei, dass zu je 15 Prozent Sozialwohnungen und Wohnungen nach dem Mittelstandsprogramm entstehen, sagte Mark Gellert, Sprecher von Planungsdezernent Mike Josef (SPD).

Das Umfeld verändert sich

Mit der geplanten Bebauung des Telekom-Areals am Danziger Platz setzt sich der vor Jahren begonnene Wandel des Ostends fort. In sehr großer Zahl sind im früheren Arbeiterstadtteil auf zuvor gewerblich genutzten Flächen Wohnungen entstanden oder gerade im Entstehen, die zum größten Teil eine wohlhabende Klientel ansprechen.

Die 177 Wohnungen etwa, die gerade auf dem Gelände der früheren Feuerwache fertiggestellt wurden, sollen im Mittel für 16,70 Euro pro Quadratmeter vermietet werden.

Im November haben direkt am Ostbahnhof die Arbeiten für ein achtgeschossiges Hotel der Marke Hampton by Hilton begonnen. Im Sommer hatte der Hamburger Projektentwickler Evoreal das ehemalige Empfangsgebäude des Ostbahnhofs gekauft. Klar ist, dass er dieses abreißen will. Was genau aber an dessen Stelle entstehen soll, blieb zunächst offen.

Lange dauern könnte es dagegen noch, bis die Neugestaltung des Danziger Platzes beginnt. Die Stadt will warten, bis die Arbeiten an der nordmainischen S-Bahn beendet sind. Noch ist aber nicht einmal klar, wann diese beginnen könnten. Jetzt schon den Platz herzurichten, hieße, Geld zu verschwenden, sagte Mark Gellert am Freitag.

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