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Was der Berlin-Beauftragte in der Hauptstadt für Frankfurt getan hat, weiß keiner.

Berlin-Beauftragter Wimmer

OB kündigt Bericht zu Berlin-Beauftragtem an

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Nur für kurze Zeit nahm Martin Wimmer den umstrittenen Posten des Berlin-Beauftragten der Stadt Frankfurt wahr. Oberbürgermeister Peter Feldmann kündigt einen Abschlussbericht zu dessen Tätigkeit an.

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) wird einen Abschlussbericht zur Tätigkeit des Berlin-Beauftragten der Stadt Frankfurt, Martin Wimmer, präsentieren. Das hat der Leiter des OB-Büros, Nils Bremer, im Gespräch mit der FR angekündigt.

Wie Bremer sagte, werde dieser Bericht gegenüber der ursprünglichen Terminplanung jetzt „vorgezogen“. Man wolle ihn „in jedem Fall im ersten Quartal“ dieses Jahres der Öffentlichkeit vorlegen.

Feldmann hatte seinen früheren Büroleiter Wimmer vom 1. Juli 2018 an in die Hauptstadt entsandt. Dort sollte der frühere Siemens-Manager die Interessen der Stadt vertreten. Der OB kündigte an, er wolle durch Wimmer der Hauptstadt Kreativunternehmen abjagen. Es werde in Berlin Veranstaltungen der Stadt Frankfurt geben. Wimmer werde in der Hauptstadt öffentliche Fördermittel für Frankfurt akquirieren.

Ob es zu all dem gekommen ist, konnte auch der Leiter des OB-Büros nicht sagen. Wimmer habe aber intern fortlaufend dem Oberbürgermeister Bericht erstattet. „Seine Tätigkeit wurde überprüft“, versicherte Bremer.

AfD fordert Akteneinsichtsausschuss

Der Hauptstadt-Beauftragte hat offenbar in Berlin nicht über eine eigene Postadresse verfügt. Post jenseits des Mailverkehrs sei an Wimmers Privatadresse in Berlin weitergeleitet worden, sagte Bremer. Nach Informationen der FR hat der Berlin-Beauftragte bei verschiedenen städtischen Gesellschaften nachgefragt, ob er ihnen behilflich sein könne. Dort sei sein Vorgehen auf Erstaunen gestoßen, weil die kommunalen GmbHs in der Hauptstadt gut vernetzt seien.

Die rechtspopulistische AfD-Fraktion im Stadtparlament hat die Einrichtung eines Akteneinsichtsausschusses beantragt. Er soll die Frage beantworten, welche Arbeitsergebnisse Wimmer in Berlin tatsächlich erreicht hat. „Die Frage muss erlaubt sein, ob Herr W. denn irgendeinen Mehrwert für die Stadt Frankfurt geschaffen hat“, sagte der AfD-Fraktionsvorsitzende Rainer Rahn.

Wimmer hatte seit 1. Juli 2012, seit dem Amtsantritt des Oberbürgermeisters Peter Feldmann, das OB-Büro geführt. Im Römer geht man davon aus, dass es im Laufe der Zeit zu einer Entfremdung zwischen beiden gekommen ist. Nach Informationen der FR hatte es zunächst Überlegungen gegeben, Wimmer auf eine andere Position innerhalb der Stadtverwaltung zu versetzen. Erst als sich die Lösung zerschlagen habe, sei die Idee des Berlin-Beauftragten geboren worden.

Wimmer hatte unmittelbar vor Weihnachten seine Kündigung zum 31. Dezember 2019 eingereicht. Der frühere Manager sei durch die öffentliche Diskussion in Frankfurt verunsichert worden, sagte Nils Bremer, der Leiter des OB-Büros, der FR. Feldmann steht jetzt auf dem Standpunkt, die Interessen Frankfurts in Berlin könnten doch von Frankfurt aus vertreten werden. Wie dieser Sinneswandel zustandekommt, ist unklar.

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