+
Ein UPS-Elektrofahrzeug in Offenbach (Symbolfoto).

UPS in Frankfurt

UPS kommt mit Lastrad oder Sackkarre

  • schließen

UPS stellt die Pakete in der Innenstadt von Frankfurt nun mit Fahrrädern oder Sackkarren zu. Das spare 200 Stops mit Pakettransportern.

Während sich mittags die Menschen auf der Freßgass tummeln, verirren sich nur wenige in die Meisengasse, die von der Einkaufsstraße abzweigt. Dort, auf der Rückseite des Parkhauses Börse, steht seit Freitag ein brauner Lastwagen von UPS, mit einem großen Container als Anhänger. Darin werden Hunderte Pakete gelagert.

Der Lastwagen kommt morgens um 9 Uhr vollbeladen an. Die Kuriere hieven die Pakete auf Sackkarren, elektrische oder einfache Lastenräder und bringen sie zu rund 200 Kunden im Umkreis von zwei Kilometern. Ein Modellprojekt, das auf zwei Jahre angesetzt ist.

„Das spart 200 Stops mit Pakettransportern in der Innenstadt“, sagte Frank Sportolari, Deutschlandchef von UPS, bei der Vorstellung des ersten und einzigen Mikrodepots in der Frankfurter Innenstadt.

Zwei Jahre lang haben das Verkehrsdezernat, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Frankfurt und das House of Logistics and Mobility (Holm) gebraucht, um den Standort zu finden. Die Innenstadt vom wachsenden Lieferverkehr zu entlasten und Mikrodepots einzuführen, hatten die Beteiligten schon 2012 für notwendig befunden – auf einer Tagung zu Wirtschaftsverkehr im Holm.

Parkplätze fehlen

„Das ist ein erster Schritt“, sagte Alexander Theiss, der sich bei der Frankfurter IHK um Standortpolitik kümmert. „Wir setzen viel Hoffnung in das Modellprojekt“, sagte Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Wie viele Transporter mit Paketen täglich in die Stadt fahren, wussten die Beteiligten nicht. Nur so viel ist klar: In Zeiten des zunehmenden Onlinehandels boomt auch der Lieferverkehr. Gleichzeitig gibt es nur wenige Parkplätze – für Anwohner, Handwerker, Lieferanten. Die Paketboten müssen oft verbotswidrig in der zweiten Reihe parken, weil sie keinen Parkplatz finden, oder sie stehen auf Gehwegen oder Radwegen. Da führt zu Knöllchen – oder Schlimmerem.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) warnt vor den Gefahren, wenn Radfahrer um einen falsch parkenden Transporter herum in den fließenden Verkehr ausweichen müssen. Der UPS-Chef betonte allerdings, dass die Paketboten seines Unternehmens angewiesen seien, nicht auf Radwegen zu parken. „Wir bräuchten weitere Parkplätze für den Lieferverkehr“, sagte Alexander Theiss von der IHK, etwa nach dem Vorbild der Lieferzonen entlang der Kaiserstraße und des Roßmarkts.

„Wenn das Modellprojekt erfolgreich ist, würden wir es ausweiten“, sagte der UPS-Chef. In Hamburg, München, Dublin, Paris habe man gute Erfahrungen gesammelt. „Der Wirtschaftsverkehr muss umweltfreundlich und effizient organisiert werden“, sagte Stadtrat Oesterling. Weitere Mikrodepots könnten folgen.

Bislang hat nur die Deutsche Post DHL ein solches Mikrodepot eingerichtet. Es steht auf einem Parkplatz in Rödelheim.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare