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Der Kinder- und Jugendtreff Break 14 kreiert eine Linsensuppe.

Niederrad

Kochen schafft Gemeinschaft

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Etwa 320 Besucher kosten sich beim Suppenfest von Topf zu Topf. Initiativen, Jugendeinrichtungen, Parteien und Schulen haben für den Stadtteil aufgetischt.

Die hohen Töpfe sind im Nu leer, die Teller auch. Bei der elften Ausgabe des „Suppenfestes“ vor dem evangelischen Paul-Gerhardt-Gemeindezentrum türmen sich am Samstagnachmittag innerhalb kürzester Zeit gebrauchte Teller und Schalen.

Acht Initiativen, Jugendeinrichtungen, Parteien und Schulen aus dem Stadtteil haben ihre Suppen in den zwei Stunden zuvor vor den Augen des Publikums zubereitet. Anhand des gestapelten Geschirrs werden die Gewinner ermittelt. Jeder Esser stellt – anonym nach Nummern sortiert – seinen benutzten Teller auf einen der vorbereiteten acht Stapel seiner Lieblingssuppe.

Am Ende gewinnt die Paprikasuppe der Niederräder SPD, „obwohl so scharf“, wie ein Mitglied bei der Siegerehrung bemerkt. Den zweiten Platz belegt die Salzmannschule mit einer „türkischen Hochzeitssuppe“, Dritter wird der Jugendtreff „Break 14“ mit einer Linsensuppe. Alle Gewinner erhalten Verzehrgutscheine, etwa für eine Eisdiele und einen Burger-Imbiss im Quartier.

Dass die sozialdemokratischen Köche gewonnen hätten, habe folgenden Hintergrund gehabt, mutmaßen Johanna Emge und Johanna Waldschmidt: Weil auf Nummer eins gesetzt, hätten die meisten von dieser Suppe gelöffelt und demnach seien auch die meisten Teller für die flüssige Speise abgegeben worden. „Wir konnten leider nur vier Suppen probieren“, berichtet Emge, deren Favorit eine Rote Beete-Suppe der Kooperativen Gesamtschule war. „Und das, obwohl wir uns nicht so viel auf die Teller geben haben lassen und schnell aufgegessen haben“, ergänzt ihre Freundin. Die Idee des Festes, für zwei Euro Beitrag verschiedene Suppen probieren zu können, finden sie grundsätzlich „sehr cool“. Finanziell unterstützt wird das Fest, das vom Jugendtreff Im Mainfeld, dem Quartiersmanagement und der Paul-Gerhardt-Gemeinde organisiert wird, von dem Programm „Aktive Nachbarschaft“.

Beim Suppenfest „in eine andere Welt“  tauchen

Anas und Müslim von der Salzmannschule waren sehr fleißig. Die beiden Zwölfjährigen haben Zwiebeln und Knoblauch für die Hochzeitssuppe mit Bulgur und Zitrone geschnitten, außerdem gerührt und hinterher Teller gespült. Sie freuen sich über ihren zweiten Platz. Zehn Liter Suppe seien im Handumdrehen auf den Tellern gewesen, berichtet Lehrerin Nigyar Calik, die die Idee für das Gericht hatte. Sie ist voll des Lobes für ihre Schüler, für die es schön sei, beim Suppenfest „in eine andere Welt“ und „mit anderen Leuten“ als in der Schule in Kontakt zu kommen. „Sie waren sehr bemüht gegenüber den Gästen und haben jedem einen Guten Appetit gewünscht“, berichtet Schulleiterin Ruth Anderson.

„Ich habe alle Suppen probiert“, sagt Besucher Ahmet Koc. Am besten geschmeckt habe ihm die Suppe der Kooperativen Gesamtschule, an der seine Tochter mitgekocht habe. Da sei er ganz neutral gewesen, sagt der 50-Jährige. Die Zusammensetzung von Gemüse und Gewürzen hätten einfach am besten gepasst. Auf rund 320 schätzt Benno Mayer, von der Paul-Gerhardt-Gemeinde, bei der Siegerehrung die Zahl der Suppenlöffler. Die Publikumszahl müsse nicht mehr wachsen, findet er. Dagegen wünscht er sich für das kommende Jahr weitere Köchinnen und Köche.

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