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Das Frankfurter Löwenbaby-Trio im Frühling. Inzwischen sind die Kätzchen dreimal so groß.

Zoo Frankfurt

Die kleinen Löwen waren 2018 die Stars

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Der Frankfurter Zoo legt seine Bilanz für das Jahr 2018 vor: Danach kann er sich erneut über ein Besucherplus freuen. Grund für die Steigerung war aber nicht der heiße Sommer.

Das Jahr 2018 hat dem Zoo erneut ein Publikumsplus verschafft: Genau 868 799-mal passierten Besucher eine der Kassen am Haupt- und dem phasenweise geöffneten Nebeneingang. Das waren knapp 33 000 Gäste mehr als im Jahr zuvor, als der Zoo ebenfalls einen Zuwachs in etwa derselben Höhe gemeldet hatte.

Grund für die Steigerung war aber nicht etwa der heiße Sommer. Im Juli und August kamen sogar etwas weniger Besucher als in den Vergleichsmonaten 2017, berichtet Zoodirektor Miguel Casares. Der September beispielsweise habe aber ein Plus von satten 35 Prozent gebracht.

Gleich zu Beginn seines Rückblicks gedenkt Casares des kleinen Jungen, der im Juni im Zoo ums Leben kam. Der Zweijährige war in den Wassergraben am Kamelgehege gestürzt und ertrunken. Der Vorfall wurde behördlich untersucht, die Ermittlungen endeten im Dezember mit dem Resultat, dass es sich um einen Unglücksfall handelte, für den niemand verantwortlich zu machen sei. Der Zaun um den Graben wurde im Sommer verstärkt.

1120 Säugetiere aus 88 Arten zählten die Mitarbeiter bei der Bestandsaufnahme zum Jahresende. Das waren 30 Individuen weniger, aber zwei Arten mehr als im Vorjahr: Binturong (Marderbär) und Mausopossum. Prominenteste neue Zoobewohner sind die drei kleinen Löwen Yaro, Kiron und Mira, die im April geboren wurden, aber auch die Ameisenbären, Erdferkel, Fingertiere und Fossas begeisterten mit Nachwuchs.

Frankfurt: Mehr Führungen im Zoo

Die Lage bei den Vögeln: Da blieb die Zahl der Tiere (285) gleich, es gab aber zwei Arten weniger (81). Vielbestaunten Nachwuchs hatten die neuseeländischen Kiwis und die stark vom Aussterben bedrohten Reisfinken, ehe im Dezember 19 Humboldt-Pinguine triumphal einzogen. Bis ihr neues Areal fertig gebaut ist, soll ihre Zahl noch auf 25 steigen. Das Exotarium schließlich beherbergte am Stichtag 305 Tierarten, 15 weniger als im Vorjahr. Das Zählen der einzelnen Tiere hat man dort aufgegeben – bei den Mengen an Käfern, Schaben und Kleingetier verliert man schnell den Überblick. Es dürften aber mehr als 3000 sein, schätzen die Mitarbeiter. „Es gibt auch Tiere im Exotarium, die sich dort vollkommen frei bewegen, etwa Fächerfingergeckos und Pfeiffröschchen“, verrät der Jahresbericht: „Auch ihre Zahl ist ungewiss.“

Willkommenen Zuwachs gab es 2018 beim pädagogischen Angebot des Zoos mit deutlich mehr Führungen und auch mehr Kindergeburtstagen. Favoriten bei den Geburtstagsführungen: Robben, Löwen, Giraffen, Affen. Die Zahl der Tierpaten wuchs auf 2253 (2672 Patenschaften), die 210 000 Euro für Projekte zur Verbesserung der Tierhaltung in die Zookasse brachten. Die 46 ehrenamtlichen Naturschutzbotschafter von Zoo und Zoologischer Gesellschaft leisteten 2552 Einsatzstunden im Zoo und auch außerhalb.

„Für all die Unterstützung bedanke ich mich herzlich“, sagt Direktor Casares und blickt voraus: Die Arbeit an der Konzeptstudie „Zookunft 2030+, Entwicklungsplan für den Zoo der Stadt Frankfurt am Main“ läuft. Mit dem Planungsbüro „The Logical Zoo – Zoo and Aquarium Design & Consultancy“ und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt entwickelt das Team um Casares Ideen und Visionen für die Neugestaltung des Tiergartens in den nächsten 15 Jahren. Erste Ergebnisse wollen die Partner in diesem Frühjahr vorlegen. „Der Zoo braucht Zukunft, und mit dem Masterplan wird der Grundstein für eine notwendige Neugestaltung dieser beliebten Kultureinrichtung gelegt“, betont Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD).

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